Wirtschaftskammer:

"Nicht-Schengen" kostet Milliarden

Die Wiedereinführung von Grenzkontrollen zwischen Ländern der Schengen-Zone im Zuge der Flüchtlingskrise kostet die österreichische Wirtschaft schon jetzt 2,5 Mio. Euro pro Tag. Sollte Österreich die Kontrollen auf alle Grenzen ausweiten, würden sich diese Kosten auf 8,5 Mio. Euro erhöhen - in Summe mindestens 1,2 Mrd. Euro pro Jahr, rechnet die Wirtschaftskammer vor.

Rasche Wiederherstellung des Schengenraums
Die rasche Wiederherstellung des Schengenraums ohne Grenzkontrollen müsse "auf europapolitischer Ebene Priorität haben", fordert Christian Mandl, Leiter der Stabsabteilung EU-Koordination in der Wirtschaftskammer Österreich und Vizepräsident der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE). Neben der gemeinsamen Währung sei die Reisefreiheit im Personenverkehr "wohl die augenscheinlichste Errungenschaft des europäischen Einigungswerks", heißt es in einer Aussendung vom Donnerstag.

Schaden zwischen 1,2 und 2,1 Mrd. Euro
Schon durch die bisherigen Grenzkontrollen an einigen Grenzübergängen sei der Transportwirtschaft ein Schaden von 2,5 Mio. Euro pro Tag entstanden, geht aus Berechnungen der Sparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) hervor.

Insgesamt wäre von den Wartezeiten an den Grenzen und dem höheren Bürokratieaufwand ein Exportvolumen von 60 Mrd. Euro betroffen. Bei geschätzten Mehrkosten von 2 Prozent wäre das ein Schaden von 1,2 Mrd. Euro pro Jahr, im Worst-Case-Szenario - Ausweitung der Kontrollen auf alle Autobahn-Grenzübergänge - sogar 2,1 Mrd. Euro.

Negative Effekte für Tagestourismus
Dabei geht die WKÖ von durchschnittlich dreistündigen Verzögerungen bei der Ein- und Ausreise aus, wobei pro Stunde Kosten von rund 50 Euro angesetzt werden, multipliziert mit der Anzahl der Lkw-Grenzübertritte an den betroffenen Grenzübergängen. Negative Effekte gäbe es auch für den Tagestourismus und für die Pendler. Laut Statistik Austria gebe es 26.300 österreichische Berufspendler, die im EU-Ausland tätig sind. Umgekehrt würden 105.400 EU-Ausländer nach Österreich einpendeln.

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