16. September 2011 12:04

Klubklausur 

ÖVP sucht Weg aus dem Tief

ÖVP-Chef Spindelegger will den "Korruptions-Sumpf" trockenlegen.

ÖVP sucht Weg aus dem Tief
© Reuters

Die durch personelle Turbulenzen und den Telekom-Skandal angeschlagene ÖVP hat bei ihrer Klubklausur in Saalfelden nach Auswegen aus der Krise gesucht. Die Schwarzen setzten dabei offiziell auf die Themen Bekämpfung von Korruption und von Sozialmissbrauch. Die dazupassenden Schlagwörter lauteten "Ehrlichkeit" und "Leistung". Hinter vorgehaltener Hand hofft die ÖVP aber auch, dass der Koalitionspartner durch die ÖBB-Inseraten-Affäre unter Druck gerät.

ÖVP-Chef Michael Spindelegger stellte in seiner Grundsatzrede die Korruptionsbekämpfung in den Mittelpunkt. Die Telekom-Affäre "ist ein großer Wirtschafts- und Korruptionsskandal", dieser "Sumpf" gehöre trockengelegt, so Spindelegger. Möglichen beteiligten ÖVP-Funktionären drohte Spindelegger Konsequenzen an. Er schoss sich aber auch auf FPÖ und BZÖ ein. Die ÖVP lasse sich die Skandale nicht umhängen, denn alle Beteiligten seien blau-orange Politiker. Er werde es nicht hinnehmen, dass sich FPÖ und BZÖ "an der ÖVP abputzen". Als Konsequenz aus den Korruptionsaffären rief er "Ehrlichkeit" als neue Parole in der ÖVP aus. Jeder Politiker müsse dem Grundsatz folgen: "Wer in die Politik geht, muss für die Menschen und das Land etwas bewegen wollen und nicht in die eigene Tasche wirtschaften."

Absage an Vermögenssteuer
Spindelegger erteilte dem SPÖ-Wunsch nach Vermögenssteuern einmal mehr eine Absage. Was die Entlastung von Spitzenverdienern ab 60.000 Euro Steuerbemessungsgrundlage betrifft, wollte er sich nicht festlegen. Er wolle keine Einzelpunkte diskutieren, sondern ein Gesamtkonzept für ein einfacheres und gerechteres Steuersystem erarbeiten. Zuvor waren Pläne von Finanzministerin Maria Fekter (V) bekanntgeworden, wonach eine Anhebung der Einkommensgrenze, ab welcher der Spitzensteuersatz von 50 Prozent gilt, geplant ist.

Der VP-Chef verlangte weiters einen Privilegienabbau bei den ÖBB. Die Bahn bekomme in Summe sechs Mrd. Euro vom Staat und das sei "eine Marke, die ist nicht mehr haltbar". "Es kann nicht sein, dass die ÖBB als Schrebergarten der roten Reichshälfte angesehen wird, wo man nicht hinein darf." Aufhorchen ließ Spindelegger mit der Ansage, die Mindestsicherung evaluieren zu wollen. Es werde nämlich Missbrauch damit betrieben, meinte er.

"Krank"
Zum Zustand der ÖVP war bei der Klausur offiziell wenig zu hören. Einzig die Salzburger Ex-Landesrätin Doraja Eberle meinte, dass die ÖVP derzeit "krank" sei. Spindelegger selbst kündigte bei einer Bilanzpressekonferenz Freitagmittag Erneuerung in der Wiener ÖVP an. Es zeichne sich ab, "dass wir dort die Struktur ins Visier nehmen" und junge Leute forcieren.

Der erste Tag der zweitägigen Klubklausur war vom Begriff "Leistung" geprägt. Klubobmann Karlheinz Kopf verwendete diesen in seinem Referat in verschiedenen Ausformungen - vom Leistungsträger über Leistungshindernissen bis zur Leistungsgerechtigkeit  - unzählige Male. Er schoss sich dabei besonders auf die SPÖ ein und meinte, dass bevor die Sozialdemokraten mit Reichensteuern Unternehmen und Vermögen ins Ausland vertreiben, lieber selber gehen sollen.

Feuchtfröhlicher Abend
Ihre Leistungsfähigkeit stellte die ÖVP am Abend an der Hotelbar unter Beweis. "Ich danke euch für die Leistung gestern an der Bar", meinte Kopf. Trotzdem schaffte es die leistungswillige ÖVP Freitag früh dennoch, lokale Betriebe und Blaulichtorganisationen zu besuchen.


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21 Postings
manu69 meint am 25.03.2012 10:06:20 ANTWORTEN >
wer suchet der findet cielleicht schafft er es, aber wenn dann nur mit einer neuen parteigründung.und dann ist es auch nicht sicher ob das lange hält.
kirsanno meint am 17.09.2011 13:57:54 ANTWORTEN >
@Tunichtgut Ihre SPÖ wird aber mit SICHERHEIT auch nicht der nächste Wahlgewinner sein, da könnens noch soviel skurille Kommentare abgeben! FPÖ und HC Strache sind und bleiben die einzige wählbare Option für ÖSTERREICH&seine BEVÖLKERUNG u. täglich werden es mehr:)
franzjosefs meint am 17.09.2011 08:56:49 ANTWORTEN >
Die ÖVP entdeckt die "neue Ehrlichkeit". Vielleicht mach Hollywood daraus einen Film. Micheal Spindelegger und Mitzi Fekter in: "Ehrlichkeit reloaded".
http://gedaunknsplitta.blog.de
Tunichtgut meint am 17.09.2011 11:28:41
Spindelaner Jones-Jäger der verlorenen Ehrlichkeit!
kirsanno meint am 17.09.2011 08:15:03 ANTWORTEN >
Die ÖVP wird bei der nächsten NATIONALRATSWAHL das schlechteste Wahlergebnis ihrer Geschichte einfahren,da braucht man kein Hellseher zu sein sondern einfach nur ein wenig die Stimmung in der Bevölkerung aufnehmen.
Tunichtgut meint am 17.09.2011 07:52:05 ANTWORTEN >
gestern habe ich irgendwo eine Gratiszeitung in die Hände bekommen,
darin stand-und jetzt festhalten-,dass die ÖVPäääähh laut Umfrage
(von dieser Zeitung in Auftrag gegeben) wieder zulegt?????????
I dazahs ned ,sollte dies wirklich stimmen!
bin schon mal gespannt auf die OE24-Statistik diesbezüglich!
Tunichtgut meint am 17.09.2011 07:45:02 ANTWORTEN >
Der VP-Chef verlangte weiters einen Privilegienabbau bei den ÖBB

Es kann nicht sein, dass die ÖBB als Schrebergarten der roten Reichshälfte angesehen wird..............

Richtig Hr. Spindelegger, aber wer A sagt sollte auch imstande sein,
B zu sagen-
Wie sieht´s denn mit der schwarzen heiligen Kuh- den Bauern aus?
Warum wurde die Transparenzdatenbank wieder finster?
Ein (mir bekannter) ““ Nebenerwerbslandwirt ““ arbeitet 38,5 Stunden
ganz normal in einer Firma- den Titel ““ Nebenerwerbslandwirt ““ verdient
er sich mit zwei verwilderten Spitzackerl hinter dem Haus ,wobei auf einem
ein alter verrosteter Pflug steht- und für die 2 nichtbewirtschafteten Ackerl
casht er ordentlich ab- toll oder? ich vergönns ihm - macht ja nix illegales-
Tunichtgut meint am 17.09.2011 07:18:17 ANTWORTEN >
Die Schwarzen setzten dabei offiziell auf die Themen Bekämpfung von Korruption und von Sozialmissbrauch-
________________________________________________-

heißt das jetzt die Schwarzen machen auf "Homework" oder so?
Petrus1 meint am 16.09.2011 21:30:54 ANTWORTEN >
Politiker …

Ein Kind sitzt gedankenversunken beim Spielen in einem Sandkasten und redet vor sich hin: „A bizzele Sand, a bizzele Wasser, a bizzele Scheiße – gibt an Politiker.“

Zufällig kommt der Bundeskanzler vorbei und ermahnt den Kleinen, dass er einen Politiker nicht mit dem Wort Scheiße in Verbindung bringen darf.

Am nächsten Nachmittag geht der Politiker wieder an diesem Spielplatz bei – der Kleine sitzt wieder drinnen am Spielen: „A bizzele Sand, a bizzele Wasser, a bizzele Scheiße – gibt an Politiker.“

Da geht dem Kanzler der Gaul durch, er geht zum Kleinen und schmiert ihm eine. „Hör mal – ich habe dir gesagt, dass man Politiker und Scheiße nicht zusammen ausspricht.“

Nächster Tag –selbe Szene, allerdings mit einer kleinen Änderung. Der Kleine: „ A bizzele Sand, a bizzele Wasser, gibt an Polizist.“ Darauf der Kanzler lobend: „Siehst du – es geht auch anders. Und warum nimmst du diesmal keine Scheiße?“ Darauf der Kleine weinerlich: „Dann gibt es wieder einen Politiker.“

© Petrus
megainter meint am 16.09.2011 21:04:43 ANTWORTEN >
Also ich meine, das ist ja bisher in Europa, in der Welt, einzigartig. Dass eine Partei den Weg sucht, sich selbst aufzulösen. Trotz allem, dieses Ziel stünde zu allererst der ersten auf dem Podium der Korruption stehenden Partei zu - nämlich der Partei der selbsternannten Anständigen und Tüchtigen (im abcashen - sorry- treuteutsch- im abkassieren). Ja, richtig geraten, die FPÖ ist da gemeint. Und dann in zweiter Linie als Kumpan die ÖVP. Und, auch wenns da viele nicht lesen werden wollen - die Wähler, die diese beiden Parteien wählten, sind indirekt mitverantwortlich für diese Sauereien. Und jetzt bitte nicht sagen, wie in der nachnaziüblichen Rechtfertigung: Ich war nie dabei, ich weiß von nix, keine Ahnung - ich bin total unschuldig.
Tunichtgut meint am 17.09.2011 07:15:07
@megainter,
einfach megaköstlich!
WegmitderEU meint am 16.09.2011 18:01:06 ANTWORTEN >
Aha, also nach Aussage der schwarzen Korruptions-Kaiser ist dann Schüssel auch eine Oranger, das ist ja ganz was Neues! :-) Die ÖBB Geschichte ist sicher von den Schwarzen "aufgedeckt" worden um von der eigenen Korruption abzulenken, mal abgesehen davon, dass es bei der ÖBB bei weiten nicht um solche Beträge geht wie bei Telekom, Eurofighter und "Blaulicht Organisationen". Die Schwarzen stehen nicht für Ehrlichkeit und Leistung sondern nur für Korruption und Ausbeutung! Daher ab in den Knast mit den korrupten schwarzen Parasiten!!!
napoleon meint am 16.09.2011 17:08:10 ANTWORTEN >
Ach ja,
Ändert das Geld den Charakter des menschen (wie bei scheibner)
Und was ist wenn er bis zu diesen Diebstahl, noch gar nie einen gehabt hat.
Bleibt man dann straffrei?
Kugelmugel meint am 16.09.2011 17:05:54 ANTWORTEN >
Gott schütze Österreicher vor der ÖVP (=Reichenschutzbund)!!

Zeit wirds, dass diese Unpartei endlich bei unter 10% landet, dann das Maul hält und im Misthaufen der Politik verschwindet.

anstatt einmal ordentlich auszumisten und die ganzen Jagdgesellschaften rund um den Waffengrafen und Hochegger endlich aufzudecken, geht die Paddei der selbsternannten Leistungsträger wieder einmal auf sozial Schwächere los.

Wo bleiben eigentlich die Ausschlüsse von Rauch-Kallat und Stummvoll?
Sind Mensdorff, Grasser, Strasser, Hochegger, Martinz usw Leistungsträger=?

Vom Öh Vau Päh Tabernakel grinsen Schüssel u. Dollfuss.
Akademiker meint am 16.09.2011 16:58:37 ANTWORTEN >
!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Auf SteuerzahlerInnenkosten an der Hotelbar volllaufen lassen - tolle LEISTUNG. Kopf & Co scheinen sich selbst, ihre korrupte Partei und die aktuelle WählerInnenzustimmung nur mehr volltrunken zu ertragen, ich kann es sehr gut verstehen!
Aluschnig meint am 16.09.2011 16:17:32 ANTWORTEN >
Preisfrage:
Leistung, Gerechtigkeit, Ehrlichkeit, ÖVP, Moral

Was passt hier nicht hinein?
Petrus1 meint am 16.09.2011 21:32:47
ÖVP passt (österr. Volksverräterpartei), aber die 4 anderen Begriffe nicht ...
DM Margie meint am 16.09.2011 15:41:14 ANTWORTEN >
Wer als normaler Österreicher diese Partei wählt, gehört mit einem Hammer auf den Kopf gehaut.
Kormir meint am 16.09.2011 14:59:59 ANTWORTEN >
Die dazupassenden Schlagwörter lauteten "Ehrlichkeit" und "Leistung".

Alles klar! Die Devise lautet also weiterhin jeweils das genaue Gegenteil dieser SCHLAGwörter! Aufrichtigen Dank für *diese*- wenn auch unbeabsichtigte - Ehrlichkeit.
Frosch meint am 16.09.2011 13:18:25 ANTWORTEN >
Die ÖVP will Korruption bekämpfen! Das muss man zweimal lesen!

Ich würde den Schüssel, Strasser, Mensdorff-Poulliy/Rauch-Kallat, Martinz (das ist der kärntner ÖVP-Politiker), Grasser (soz. Gastdozent od. Fast-ÖVP-Chef), Molterer (Fußballrefent) und noch einige andere für eine "Anti-Korruptions-Task-Force" vorschlagen.

Der Schüssel wäre wieder der Chef und könnte dann im Nachhinein sagen, dass er ja von all den Vorgängen nichts bemerkt od. gewusst hat.

Der Spindelegger könnte dann ein zusätzliches Gebet bei seinem mutmaßlichen, mit einem Schüssel-Bild dekoriertem Tabernakel, einlegen.
Zillertaler333 meint am 16.09.2011 12:14:16 ANTWORTEN >
Den sumpf mit der ÖVP wird eher Abgewählt
Seiten: 1
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