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Bundespräsident Fischer in Südtirol

Offizieller Besuch

Bundespräsident Fischer in Südtirol

Die Frage einer Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler, die aktuellen Diskussionen über das Selbstbestimmungsrecht und das Verhältnis zwischen Bozen und Rom standen am Freitag unter anderem im Mittelpunkt des ersten offiziellen Südtirol-Besuches von Bundespräsident Heinz Fischer in der Bischofsstadt Brixen. Das Thema der zweifachen Staatsbürgerschaft nehme man "ernst" und beschäftige sich "sorgfältig" damit, sagte Fischer nach dem etwa einstündigen Arbeitsessen auf Einladung von Landeshauptmann Luis Durnwalder (SVP). Ende Juni ist eine hochrangige SVP-Delegation zu einem offiziellen Treffen in Wien.

Heinz Fischer Luis Durnwalder Südtirol © APA / HBF / Dragan Tatic
Heinz Fischer und Luis Durnwalder in Südtirol - (c) APA / HBF

Fischer: Südtirol genießt große Aufmerksamkeit Österreichs

Es sei sein Wunsch gewesen, Durnwalder zu treffen, sagte Fischer, der vom österreichischen Gemeindetag in Kitzbühel kam und am Abend im Burgenland zur Geburtstagsfeier von Landeshauptmann Hans Nissl (SPÖ) erwartet wurde. Südtirol solle spüren, dass dem Land von Wien "nach wie vor große Aufmerksamkeit" gewidmet werde. Fischer habe auch über seine letzten Treffen mit Italiens Staatschef Giorgio Napolitano berichtet. Die Begnadigung von noch lebenden Südtirol-Aktivisten (durch Napolitano; Anm.) sei kein Thema gewesen, "wir wissen wie die Dinge stehen und was möglich ist", sagte Fischer.

Sorgfältige Prüfung der Doppelstaatsbürgerschaft

In der Frage der Doppelstaatsbürgerschaft werde derzeit "sorgfältig geprüft". Für vorzeitige Ankündigungen sei es zu früh. Man könne nicht den 4. Schritt vor dem ersten setzen.

Österreich steht zu Südtirols Autonomie
Zur Frage des Selbstbestimmungsrechtes und einer allfälligen Rückkehr zu Österreich, wie sie derzeit mit Unterschriftenaktionen oder aber von Wirtschaftsvertretern wieder thematisiert wird, meinte Fischer, Autonomie sei "der griechische Ausdruck für Selbstbestimmung". Österreich stehe zur Autonomie, sei vertragstreu und werde "keine Schritte setzen, die die Autonomie außer Kraft setzen". Die Autonomie sei ausbaubar. Südtirol habe durch diese Autonomie eine positive Entwicklung erfahren.

Heinz Fischer Luis Durnwalder Südtirol © APA / HBF / Dragan Tatic
Heinz Fischer und Luis Durnwalder in Südtirol - (c) APA / HBF

Durnwalder: "Österreich hat Schutzfunktion für Südtirol"
Durnwalder betonte vor den Journalisten, Österreich habe die Schutzfunktion über Südtirol. Die SVP setze weiter auf die Autonomie. Solange sie eingehalten werde, gebe es keinen Grund, den Vertrag zu kündigen und einen anderen Weg zu gehen. Auch die "Überlegungen" von hochrangigen Wirtschaftsvertretern, zurück zu Österreich oder zu einem Freistaatmodell zu gehen, wolle er nicht überbewerten.

Südtiroler Delegation Ende Juni in Wien
Ende Juni will die Südtirol-Delegation unter Führung von SVP-Obmann, LR Richard Theiner und Durnwalder, die aktuellen Fragen in der Bundeshauptstadt thematisieren. Unter anderem steht ein Treffen mit Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) am Programm.

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