18. August 2010 17:21
Die Opposition ist sich am Mittwoch einig geworden, eine Sondersitzung des
Nationalrats zur Budget-Debatte einzuberufen. Diese wird voraussichtlich am
kommenden Mittwoch (25. August) stattfinden. Offiziell beschlossen werden
muss er allerdings erst in einem am Donnerstag geplanten Rundlaufbeschluss
von allen fünf Parlamentsklubs. Sollte der Mittwoch-Termin halten, dann
würde die Sitzung um 10.00 Uhr beginnen.
Misstrauensanträge gegen Pröll und Faymann
Einig sind
sich FPÖ, BZÖ und Grüne auch, was einen Misstrauensantrag gegen
Finanzminister Josef Pröll (V) wegen der verschobenen Budgetrede betrifft.
Die FPÖ wird als einzige Partei bei der Sondersitzung zum Budget einen
Misstrauensantrag auch gegen Bundeskanzler Werner Faymann (S) stellen.
Sowohl BZÖ als auch Grüne sehen derzeit keine Notwendigkeit dafür. Auch
einen Untersuchungsausschuss zu den Politaffären wollen alle drei
Oppositionsparteien unabhängig voneinander beantragen. Offen ließen die
Oppositionsparteien, ob es nach der nun zu beantragenden außerordentlichen
Tagung des Nationalrats noch weitere zum selben Thema geben wird.
FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache sprach nach der Unterredung der drei
Parteichefs von einem "sehr sachlichen, korrekten Klima". Worauf
man sich nicht habe einigen können sei neben einem Misstrauensantrag gegen
Faymann auch die Fortsetzung der Blockade von Verfassungsgesetzen, also
Zwei-Drittel-Materien. Die politischen Mitbewerber hätten argumentiert,
aufgrund mangelnder Gesetzesmaterien gebe es für die Regierung "keinen
Anlass zum Fürchten".
BZÖ-Chef Josef Bucher, der ursprünglich für drei Sitzungen gewesen ist,
zeigte sich zufrieden mit dem gemeinsamen Weg. Nun müsse man erst einmal
abwarten, was der erste Termin bringt, dann könne man ohnehin weitere
beantragen. Außerdem: "Ich schließe nicht aus, ob
Verfassungsblockaden eine Möglichkeit für die Zukunft sind."
"Wir werden versuchen, die Decke, die die Regierung über den
Sozialabbau spannen will, wegzureißen", zeigte sich auch
Grünen-Chefin Eva Glawischnig zuversichtlich. Sie schließt allerdings auch
ein "Einlenken" der Regierung noch vor der Sitzung nicht aus.
Glawischnig hofft außerdem, dass es bald zu einem Untersuchungsausschuss
kommen werde.