23. November 2008 18:58
FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache sprach in einer Aussendung von der
"Koalition der Verlierer" und prophezeite die Prolongierung des
"Stillstands". Der geschäftsführende BZÖ-Obmann Herbert Scheibner sieht eine
"Verliererkoalition zum Schaden der Menschen", die "von vornherein zum
Scheitern verurteilt ist". Grünen-Chefin Eva Glawischnig bezeichnete das
Regierungsübereinkommen als "Programmchen" und bedauerte, dass der
Klimaschutz ausgespart worden sei.
FPÖ: Koalition lange "ausgepackelt"
Keine
Überraschung ist die Einigung für FPÖ-Bundesparteiobmann Heinz-Christian
Strache, wie er in einer Aussendung am Sonntagabend erklärte. Die Koalition
sei im Grunde schon vor den Wahlen ausgepackelt gewesen, meinte er. Nach ein
"paar Wochen Theaterdonner seien sich die beiden Busenfreunde Faymann und
Pröll" nun in die Arme gefallen, so der Parteichef.
Mit der "Koalition der Verlierer" stehe jedenfalls eine Prolongierung des
"Stillstands" ins Haus, echte Reformen seien von dieser Truppe nicht zu
erwarten, meinte er. Der angebliche "Wandel" der SPÖ in der EU-Frage habe
sich zudem "endgültig als Lug und Trug erwiesen", erklärte der Parteiobmann
mit Verweis darauf, dass im Koalitionspakt die Frage der Volksabstimmungen
über EU-Themen ausgeklammert worden sei.
BZÖ spricht von "Koalition der Verlierer"
Von
einer "rot-schwarzen Verliererkoalition ohne Ideen und Reformen zum Schaden
der Menschen" sprach Neo-BZÖ-Chef Herbert Scheibner in einer Aussendung. Die
Koalition sieht er "von vornherhein zum Scheitern verurteilt", da "nicht
einmal die eigenen Parteifunktionäre sie wollen". Dass die Einigung "jetzt
so rasch erfolgt ist", führt Scheibner darauf zurück, dass Pröll die
ÖVP-Funktionäre am Parteitag offenbar vor vollendete Tatsachen stellen
wolle. "Nicht die Inhalte und die Lösungskompetenz sind für die
Koalitionseinigung ausschlaggebend gewesen, sondern die Angst vor dem
Widerstand der ÖVP-Delegierten am Parteitag", so der geschäftsführende
BZÖ-Obmann.
Der Mittelstand und die klein- und mittelständischen Unternehmen würden
unter Rot-Schwarz jedenfalls "wieder auf der Strecke bleiben", prohezeite
Scheibner. "Längst überfällige Reformen im Gesundheitsbereich sowie
Einsparungen in der Verwaltung werden unter der Großen Koalition nicht
kommen", konstatierte er weiters.
Grüne: Nur "Lippenbekenntnisse"
Keine Lösungen
erwartet sich auch Grünen-Chefin Eva Glawischnig von der neuen Regierung.
Die Inhalte des Regierungsprogramms seien, soweit bekannt, "mehr
Lippenbekenntnisse und Absichtserklärungen als wirkungsvolle,
zukunftsweisende Maßnahmenpakete", sagte sie. Statt das Steuersystem zu
ökologisieren und den Faktor Arbeit endlich zu entlasten, stehe eine reine
Entlastung der Besserverdienenden ins Haus, kritisierte sie weiters. Auch
bedauerte Glawischnig, dass das Thema Klimaschutz ausgespart worden sei. Das
Programm sei "höchstens ein Programmchen", so ihr Resümee.