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Pilz:

U-Ausschuss

Pilz: "Mit Grasser kam die Korruption"

Seiten: 1234

Als Lobbyist Peter Hochegger am Freitag um 8.52 Uhr vor den U-Ausschuss im Parlament trat, hatte er einen Plan. Das Mastermind des wohl größten Korruptionsskandals der Zweiten Republik wollte nicht alleine untergehen. Also packte Hochegger seine ganze List(e) aus. Im vierstündigen Kreuzverhör offenbarte er ein Sittenbild der Politik: Nicht weniger als 28 Politiker aller Parteien sollen zwischen 2000 und 2008 auf seiner Gehaltsliste gestanden sein, darunter Politprominenz wie:

  • Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer. Er erhielt laut Hochegger für ein Umweltprojekt 100.000 Euro (Gusenbauer dementiert).
  • Ex-Innenminister Ernst Strasser (ÖVP) kassierte ebenfalls 100.000 Euro. Seine Job-Beschreibung: Beratertätigkeiten für die Regierung Bulgariens.
  • Grasser-Amigo Walter Meischberger agierte als Subunternehmer für Hochegger. Sein „bescheidenes“ Honorar: 140.000 Euro. Hochegger: „Er öffnete für uns die Tür zum Finanzministerium.“ Und wer war damals Finanzminister? Karl-Heinz Grasser.
  • SPÖ-Kommunikationschef Heinz Lederer diente dem System Hochegger ebenfalls. Gage: 90.000 €.
  • Der legendäre Alt-SP-Innenminister Karl Blecha und der Ex-SPÖ-Abgeordnete Peter Schieder waren dagegen echte Schnäppchen: Beide cashten jeweils 4.000 Euro für Beratungen zum Thema Bulgarien.

Auch fünf Grüne ließ Hochegger auffliegen. Die prominenteste: Monika Langthaler. Aber es gilt nicht nur die Unschuldsvermutung für alle – niemand weiß, wie wahrhaftig die Hochegger-Enthüllungen tatsächlich sind.

Diashow Hochegger nennt seine Politkontakte

Alfred Gusenbauer (SPÖ)

Karl Blecha (SPÖ)

Heinz Lederer (SPÖ)

Peter Schieder (SPÖ)

Oliver Wagner (SPÖ)

Hubert Gorbach (FPÖ/BZÖ)

Reinhart Gaugg (FPÖ/BZÖ)

Mathias Reichhold (FPÖ/BZÖ)

Walter Meischberger (FPÖ/BZÖ)

Christine Lackner (FPÖ/BZÖ)

Ernst Strasser (ÖVP)

Franz Kusin (ÖVP)

Stefan Krenn, Andreas Schneider, Ingrid Krenn-Ditz, Martin Jenewein (alle ÖVP)

Monika Langthaler (Die Grünen)

Christian Nohel (Die Grünen)

Brigitte Reiter, Lukas Schrattenthaler (Die Grünen)

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BZÖ kassierte kräftig
Hocheggers Millionenshow war der Höhepunkt des U-Ausschusses. Nicht weniger skandalös gerieten die Enthüllungen zuvor: Mit fast einer Million Euro „sponserte“ die Telekom den BZÖ-Wahlkampf – via Scheinrechnungen über eine BZÖ-Werbeagentur. Fortsetzung folgt sicherlich.

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Autor: Ida Metzger, Debora Knob
Seiten: 1234
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