Poker um EU-Kommissarsjob

Koalitionsstreit

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Poker um EU-Kommissarsjob

SP-Chef Werner Faymann ist not amused: Nein, Alfred Gusenbauer wäre nicht als Kommissar im Gespräch, sagt er. Aus Brüssel hört man allerdings durchaus eine andere Variante: EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso wünsche sich den international bestens vernetzten Gusenbauer als Nachfolger von Benita Ferrero-Waldner.

Gusenbauer hätte für den konservativen Politiker Barroso den Vorteil, dass er damit den europäischen Sozialdemokraten – die er für seine Wiederwahl benötigt – entgegenkommen würde.

Barroso bietet Gusenbauer als EU-Außenminister an
Kürzlich haben Vertraute Barrosos bei Ex-Kanzler Gusenbauer dezent nachgefragt, ob er sich eine Rückkehr in die Politik vorstellen könne. Gusenbauers Antwort: Das könne nur die rot-schwarze Regierung entscheiden.

Und die will Gusenbauer keinesfalls als EU-Kommissar entsenden. Allerdings bietet Barroso Faymann ein ausgesprochenes Zuckerl an: Spricht sich am 2. Oktober Irland für den Vertrag von Lissabon aus, erhielte die EU einen neuen Außenminister, der gleichzeitig Vizepräsident wäre und nach Barroso den prestigeträchtigsten Job in der EU hätte. Ein Job, der unter dem Konservativen Barroso in der Logik der EU einem roten Ex-Regierungschef zustünde – wofür europaweit fast nur einer infrage käme: Alfred Gusenbauer. Ein Angebot, das nun viele Sozialdemokraten in Versuchung bringt, den Deal mit Pröll für einen VP-Kommissar aufzukündigen.

Sollte der Kanzler hart bleiben und Gusenbauer ablehnen, würde Barroso auf stur schalten und zumindest „eine Frau für den Posten“ einfordern, berichtet ein EU-Insider.

VP-Chef Pröll contra Kommissarin Plassnik
Von SP-Seite kämen da Claudia Schmied oder Ex-SP-Ministerin Maria Berger infrage. Barroso würde aber dann eine schwarze Dame präferieren: Ex-VP-Außenministerin Ursula Plassnik. Sie genießt auch das Vertrauen von Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel. Allerdings hält VP-Chef Josef Pröll nichts von dieser Idee. Er präferiert nach wie vor Ex-Vizekanzler Wilhelm Molterer. Das EU-Tauziehen wird zum Koalitionsstreit

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