18. Oktober 2008 19:52
Rund 50.000 Menschen kamen zur Trauerfeier für Jörg Haider, unter ihnen auch
zahlreiche ranghohe Politiker und langjährige Weggefährten. Unter
den zahlreichen Ehrengästen waren Bundespräsident Heinz Fischer,
Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, Vizekanzler Wilhelm Molterer, die Minister
Martin Bartenstein, Werner Faymann, Josef Pröll, Staatssekretär Reinhold
Lopatka, die Landeshauptleute Herbert Sausgruber, Gabriele Burgstaller,
Josef Pühringer, Erwin Pröll, Franz Voves, Günther Platter, Hans Niessl und
Wiens Bürgermeister Michael Häupl.
Weitere Trauergäste waren der frühere Bundeskanzler Wolfgang Schüssel,
Verfassungsgerichtshofpräsident Gerhard Holzinger, Rechnungshofpräsident
Josef Moser, ÖGB-Chef Rudolf Hundsdorfer, Wirtschaftskammerpräsident
Christoph Leitl, außerdem die früheren Minister Dieter Böhmdorfer, Herbert
Scheibner, Mathias Reichhold, Monika Forstinger, Karin Gastinger, Michael
Schmid, Elisabeth Sickl, Michael Krüger, Karl-Heinz Grasser, die Vizekanzler
a. D. Hubert Gorbach, Herbert Haupt und Susanne Riess-Passer sowie Norbert
Steger und Heinz Christian Strache.
Internationale Prominenz
Aus Italien kamen der Präsident der
Region Friaul-Julisch Venetien, Renzo Tondo, und der Präsident der Region
Veneto, Gianfranco Galan. Der Sohn des lybischen Revolutionsführers Saif
al-Islam Gaddafi nahm an den Trauerfeiern teil. Aus Kärnten nahmen neben dem
Regierungskollegium mit dem amtsführenden Landeshauptmann Gerhard Dörfler an
der Spitze und Landtagspräsident Josef Lobnig zahlreiche Vertreter des
Landes und der Gemeinden, des Landtags und Nationalrates teil.
"Respekt und Anerkennung" von Gusenbauer
Besonders
versöhnlich war die Trauerrede von Kanzler Gusenbauer. Gusenbauer
appellierte, jetzt zu versöhnen, was im Leben nicht versöhnlich gewesen sei.
Über alle politischen Grenzen hinweg müsse man Haider Respekt und
Anerkennung zollen. Er sei immer vom Willen getragen gewesen, das Beste für
seine Heimat zu tun. Haider habe vieles gewollt, nicht alles, aber sehr viel
erreicht.
Die große Anteilnahme zeige, dass Haider die Menschen bewegt habe. Man müsse
anerkennen, dass er ein Mensch gewesen sei, "der außergewöhnlich war". Er
sei imstande gewesen, viele Menschen zu begeistern, aber auch Widerspruch
auszulösen, sagte der scheidende Bundeskanzler. Haider habe niemanden kalt
gelassen, im positiven wie im negativen Sinne. Haider habe auch ein "sehr
feines Gespür für das, was sich ändern muss", gehabt, sagte Gusenbauer.
Diese Sensibilität habe ihn von anderen herausgehoben, auch wenn seine
Antworten nicht immer von allen anerkannt worden seien. Oft sei aber der
Fehler gemacht worden, dass schon seine Kritik an Verhältnissen kritisiert
worden sei. Das sei aber ein Fehler, weil Kritik sei das Salz der
Demokratie, gab sich Gusenbauer versöhnlich.