13. Mai 2009 18:02
Die Regierungen unter Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer und seinem Nachfolger
Werner Faymann gaben in nur 27 Monaten 24,7 Millionen Euro an Spesen aus:
Darunter fallen Ausgaben für Taxifahrten, Flüge und Repräsentation, sowie
die sogenannte Amtspauschale in der Zeit von Jahresbeginn 2007 bis Ende
März 2009. Das geht aus parlamentarischen Anfragen vom BZÖ-Abgeordneten
Gerald Grosz hervor.
Allein fürs Repräsentieren verbrauchten die Regierungsmitglieder im Jahr
2008 rund 5,8 Millionen Euro.
Ranking der Spesenkaiser:
- Spitzenreiter bei allen Ausgaben ist das Außenministerium mit fast
vier Millionen Euro, wobei in diesem Ressort naturgemäß viele
Reisen nötig sind. Konfrontiert mit diesen Zahlen weist das Außenamt
daraufhin, dass Geld nicht einfach nur für „gesellschaftliche
Unterhaltung“ ausgegeben werde, sondern „selbstverständlich“
Sinn und Zweck habe. Konkret: Im Februar 2009 gab ÖVP-Außenminister
Michael Spindelegger 14.645 Euro an Spesen aus. Verwendet wurde das Geld
für große Veranstaltungen, u.a. für eine Einladung aller arabischen
Botschaften, um für den Sitz einer Agentur für erneuerbaren
Energie in Wien zu werben.
- Das Innenministerium folgt bei den Ausgaben für Spesen aller Art
mit 3,5 Millionen Euro.
- Zum Vergleich: Das Justizressort kam im selben Zeitraum mit 321.000 Euro
aus.
- Das Bundeskanzleramt gab für die Vertretung der Republik im In- und
im Ausland 2008 am meisten aus: Mehr als eine Million Euro, gefolgt vom Verteidigungsministerium.
Eine Erklärung für die hohen Kosten ist die EURO. Unter diesem
Budgetkosten fallen Einladungen von Staatsgästen samt Delegation nach
Österreich genauso wie Arbeitsessen in Brüssel.
- Am wenigsten verbraucht hat das Sozialministerium: 72.266 Euro. Sparsam
war Minister Rudolf Hundstorfer auch schon heuer: Laut seinem Büro
habe man im Februar 2009 keinen Cent für Repräsentationszwecke
verbraucht.
- Zum Vergleich: Infrastruktur-Ministerin Doris Bures zahlte 1.742 Euro für
Pressekonferenzen und der Betreuung von Gästen.
- Sparsam beim Repräsentieren war 2008 das Gesundheitsministerium.
Allerdings hat die umtriebige Ex-Ministerin Andrea Kdolsky hohe Taxi-
und Flugkosten zu verantworten.
Keine Details
Abgesehen von der Höhe der Ausgaben kritisieren
BZÖ, aber auch die Grünen die mangelnde Transparenz. Detaillierte
Auflistungen, was wofür ausgegeben wird, finden sich nicht in den
parlamentarischen Antworten: "Aus verwaltungsökonomischen Gründen wird davon
Abstand genommen“, heißt es aus dem Kanzleramt.