27. September 2010 19:04

Steiermark-Wahl  

Riskiert Voves den Pakt mit Strache?

Wahlen 2010: Jetzt beginnt der Poker um die Macht in der Steiermark.

Riskiert Voves den Pakt mit Strache?
© TZ Oesterreich/APA

Ein Gespenst geht um in der Steiermark. Und sein rot-blaues Gewand lässt derzeit vor allem SP-Gemüter in Wien erschaudern. Denn auch am Tag nach der Landtagswahl in der Steiermark bleibt Franz Voves weiterhin dabei: Er werde mit ÖVP und FPÖ Gespräche über eine Kooperation führen. Die "Blauen“ als Königsmacher – und das nicht einmal zwei Wochen vor der Wien-Wahl: Das hat Sprengkraft. Die Ausgangspositionen sind klar:

  • Landeshauptmann Voves kann als (knapper) Wahlsieger mit ÖVP und FPÖ eine Koalition eingehen.
     
  • Eine Regierung aus ÖVP und FPÖ geht sich aber nicht aus (keine Mehrheit im Landtag).
     
  • Das Verhältnis zwischen Voves und ÖVP-Spitzenmann Hermann Schützenhöfer aber ist (untertrieben) kühl. Die beiden können sich nicht schmecken.

Bleibt also Rot-Blau. Und es gibt SP-Männer, die (anonym) erklären: "Wir sollten Rot-Blau wagen, damit die ÖVP endlich kapiert, dass sie nicht alleine als Partner in Frage kommt“. Davon hält allerdings SP-Bundeskanzler Werner Faymann reichlich wenig. Eine rot-blaue Koalition würde sowohl die Wien-Wahl als auch sein striktes Anti-FPÖ-Image erheblich bröckeln lassen.

Strache favorisiert eine rot-blaue Koalition
Genau das kommt aber freilich sowohl Schwarz wie Blau so richtig entgegen. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache sagt denn auch offen im ÖSTERREICH-Interview: "Ja, Rot-Blau wäre reizvoll.“ Strache freut sich besonders darüber, dass Voves bereits am Wahlsonntag eine "neue Linie in der Integrationspolitik angekündigt“ habe. Für Strache geht es aber um etwas anderes. Er will durch die bloße Erwähnung von Rot-Blau in der Steiermark vor der Wien-Wahl am 10. Oktober die anderen Parteien vor sich hertreiben.

In der Bundes-ÖVP hört man denn auch (strategisch sind die Ihren auf Empfang gestellt) bereits die "Signale, Richtung Rot-Blau“, wie etwa VP-Klubchef Karlheinz Kopf erklärt. Steiermarks VP-Chef Hermann Schützenhöfer ist zwar "zu Gesprächen mit der SPÖ bereit“, ÖVP-Insider gehen aber davon aus, dass diese "sich zumindest bis zur Wien-Wahl ziehen werden. Das schwarze Kalkül: Man wird "Voves anrennen lassen, damit er noch vor dem 10. Oktober Gespräche mit den Blauen aufnehmen muss“, sagt ein schwarzer Stratege. Eine Strategie, welche die SPÖ freilich durchschaut hat. Bereits am Sonntagabend telefonierten Faymann und seine Vertrauten intensiv mit SP-Granden, um sie auf Anti-Rot-Blau einzuschwören. Montag wollte sich niemand mehr in diese Richtung äußern. Das rot-blaue Gespenst soll nicht länger spuken.

Interview mit Strache: "Ja, Rot-Blau wäre reizvoll"

ÖSTERREICH: Franz Voves lässt sich die rot-blaue Option offen. Da müssen Sie ja frohlocken, nicht?
HC Strache: Na ja, normalerweise erleben wir nach den Wahlniederlagen und Denkzetteln für SPÖ und ÖVP immer, dass die zwei Parteien wieder zur Tagesordnung übergehen, anstatt etwas zu verändern. Und ich sage bewusst, es wäre gut, wenn man das lähmende rot-schwarze Proporzsystem in der Steiermark nun aufgibt und dem Wählerwillen folgt.

ÖSTERREICH: Das heißt, Sie streben Rot-Blau an?
Strache: Die Frage, die sich jetzt stellt, ist, ob sich Franz Voves überhaupt traut, gegen Faymann und den Ausgrenzungsmeister Häupl zu entscheiden. Wir stehen für ernsthafte Gespräche jedenfalls zur Verfügung.

ÖSTERREICH: Sie wollen, dass die steirische FP in eine Koalition mit der SP geht?
Strache: Natürlich wollen wir unsere Ideen in einer Regierung umsetzen, ob das jetzt mit SPÖ oder ÖVP ginge ...

ÖSTERREICH: Schwarz-Blau hat gar keine Mehrheit in der Steiermark...
Strache: Das stimmt. FPÖ und ÖVP haben derzeit keine Mehrheit. Natürlich wäre Rot-Blau reizvoll.

ÖSTERREICH: Voves hat erklärt, dass man die Integrationspolitik überdenken müsse. Wie werten Sie das?
Strache: Natürlich ist es gut, wenn wir mit unseren richtigen Einwänden ein Umdenken erreichen. Die SPÖ macht ja Politik gegen die eigene Bevölkerung. Wenn Voves, wie der Sozialdemokrat Sarrazin in Deutschland, das erkennen würde, würde mich das freuen. Aber sozialdemokratische Parteien neigen ja dazu, ihre eigenen Leute auszuschließen, wenn sie den roten Irrweg verlassen.

ÖSTERREICH: Welche Auswirkung hat die Steiermark auf Ihren Wien-Wahlkampf?
Strache: Dass wir unseren freiheitlichen Weg in Wien fortsetzen werden.

Lesen Sie auf der zweiten Seite: Häupl fürchtet ein blaues Wunder

Autor: I. Daniel/gaj, wek

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14 Postings
Lea meint am 28.09.2010 16:30:20 ANTWORTEN >
Ja, GsD Dank ist Voves fit genug (im Kopf) um niemanden auszugrenzen, denn wo bliebe die Demokratie wenn man 11 % der Wähler ausgrenzt?
Er ist nicht so ein Hofkasperl wie der F.
gummiBAER meint am 28.09.2010 12:42:24 ANTWORTEN >
Warum nicht den Versuch starten und eine rot-blaue Koalition in der Steiermark versuchen. Was soll schief gehen dabei? Wenn sich die zwei mit konstruktiven Ideen zusammenfinden, kann das Land sicher viel profitieren. WEg mit diesem Parteibuch-Denken. Es geht um unser Land und unsere Zukunft. Je mehr Ideen einfliessen, desto besser. Also Steirer, trauts Euch und machts den ersten Schritt !!!
plusminus meint am 28.09.2010 11:37:25 ANTWORTEN >
die FPÖ als anhängsel bei den roten wäre schlichtweg eine katastrophe. erst bekämpfen die sich bis aufs blut, nun wollen sie urplötzlich freunde sein? was die macht aus politikern so alles macht!
ichglaubsnicht meint am 28.09.2010 12:38:16
ach was, ist doch alles nur teil des politischen, wenn auch in diesem fall besonders unappetitlichen, kartenspiels!

der "erfolg" wäre nur ein sehr kurzfristiger, der schaden dafür ein umso langwieriger und ich halte voves für clever genug, um das zu erkennen!
Lea meint am 28.09.2010 11:09:31 ANTWORTEN >
Hoffentlich wagt Voves den Pakt mit der FPÖ-Steiermark, den gerade die ÖVP Granden in der Stmk., sind ein abgehobenes, Pfründe heischende, Freuderlwirtschaft betreibendes usw. Pa.k.
Hier wird Gemeindeeigentum verscherbelt und flugs,... sehr viel davon wieder verspekuliert usw.
Die Grünen sind leider ein konzeptloser zerstrittener Haufen und werden keinen Fuß mehr vor den anderen bekommen.
Voves lässt sich sicherlich nichts aus Wien diktieren und liegt damit richtig, denn die Bundespartei SPÖ ist in der Steiermark sehr unbeliebt und dies aus gutem Grund!
goaround1 meint am 28.09.2010 10:09:06 ANTWORTEN >
Voves hat die Wahl gewonnen und er wird sich jenen Partner suchen, mit welchem er die nächsten Jahre konstruktiv arbeiten wird können.
Und als gestandener Steirer wird er da keine Zurufe aus Wien benötigen.
Der Faymann soll einmal ruhig darüber nachdenken, welche Ressorts ihm die ÖVP übrig gelassen hat, um den Preis, daß er Kanzler werden durfte.
Der Häupl wird die Wien-Wahl mit Hemd und Hose verlieren und er wird mit Schimpf und Schande bei den Grünkommunisten um Unterstützung zur Wahl des Bürgermeisters auf Knien betteln.
Wieviele Stoßgebete wird er schon zum Himmel gebetet haben, damit Strache nicht die Wahl gewinnt?
EchterSchurnalist meint am 28.09.2010 10:08:28 ANTWORTEN >
also, mit wem hätten die schwarzen gebusselt....
da alle politiker keinen stolz besitzen, kein rückgrat haben, korrupt, skrupellos und machtgeil sind....
braucht sich auch niemand wundern !!
weinberl meint am 28.09.2010 08:05:01 ANTWORTEN >
Die SPÖ kann sich nach Verlusten auch nur damit abfinden, dass Voves wahrscheinlich LH ist. 60 Jahre lang hat die ÖVP in dem erzschwarzen Bundesland die Nr. 1 gestellt. Die Verteidigung der Nr 1 für die SPÖ war schwer genug ( hat man schon in Salzburg bei Burgstaller gesehen). Dass die ÖVP ein "Heranrücken" an die SPÖ MIT DEM SCHLECHTESTEN WAHERGEBNIS FEIERT ist NONSENS! Diese ÜBERHEBLICHKEIT der ÖVP, den Wählerentscheid zu ignorieren, lässt für eine Zusammenarbeit NICHTS GUTES erwarten. (Wortmeldungen ala Ploderer tragen nicht dazu bei Konsens zu erzeugen).
Ob die FPÖ ein Partner wäre ?? -> wer weiß ?? - es müssten sich aber die konstruktiven Kräfte in dieser Partei durchsetzen UND NICHT DIE HETZER !
wandern meint am 28.09.2010 07:23:31 ANTWORTEN >
bei der spö wird es wieder aufwärts gehen,wenn so Leute wie Häupl und Fayman weg sind,die mit ihrer Ausgrenzungspolitik sind gegen den Wählerwillen und das lassen sich die Wähler nicht gefallen,so ein Mann mit Rückrat wie Voves hat gezeigt das er sich von niemand dreinreden läßt und obwohl ich kein SPÖ ler bin dieser Mann gefällt mir,wenn man da z.b. den Häupl gegenüber stellt,das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht
Irene70 meint am 27.09.2010 23:53:10 ANTWORTEN >
sind doch eh alle unnötig und der schlimmste meiner Meinung nach ist momentan der schwere Alkoholiker Häupl, was hat der bitte die letzten Jahre gemacht, daß er so aussieht mit seinem Alter. Alles wurde bei uns in Simmering verbaut, überall Wohnungen die keiner bezahlen kann und die Gemeindebauten voll mit nichtintegrierungswilligen Türken, nein danke Herr Häupl ! Das wird in die Hose gehn !
SilentPain meint am 27.09.2010 23:25:58 ANTWORTEN >
Wer hat Angst vorm blauen Mann?-))
Da haben die SP-Granden die Hosen aber gestrichen voll, dass ihr hasserfülltes Anti-FPÖ-Programm in Schieflage gerät! Tja, der Wähler hat entschieden!

Wenn das so weitergeht, geht sich für Häupl ein Blau-Rot aus! Dann sieht man ihn nur noch beim Heurigen!-)))
summer69 meint am 28.09.2010 12:12:21
@Silent
Der rote Mann hat Angst;-)))
Und Angst ist die denkbar schlechteste Voraussetzung für einen Sieg!;-)
helmut65 meint am 27.09.2010 22:53:59 ANTWORTEN >
Wie kann man von Sieg sprechen, wenn die SPÖ 55000 Stimmen und die ÖVP 42000 verloren hat ? Beschämend! Man sollte dem Umstand Rechnung tragen, dass über 30% nicht gewählt haben, weil sie von jeder Politik angespeist sind.
zamora meint am 27.09.2010 21:57:42 ANTWORTEN >
ES WÄRE EIN SEGEN FÜR DIE STEIERMARK.
Seiten: 1
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