SPÖ & FPÖ profitieren von Steirer-Wahl

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© TZ Österreich / Kernmayr / Fally

SPÖ & FPÖ profitieren von Steirer-Wahl

Die Auswirkungen der Steiermark-Wahl auf den Urnengang am 10. Oktober in Wien dürften recht gering ausfallen, glauben die Meinungsforscher. Am ehesten Schwung mitnehmen werde die FPÖ, bedingt auch die SPÖ. Das Halten der absoluten Mandatsmehrheit durch die SPÖ wird von den Experten nicht gänzlich ausgeschlossen. Für die FPÖ legen sie die Erfolgslatte auf 20 Prozent, alles darunter wäre ein Flop, sagte etwa Peter Ulram (Fessel GfK).

FPÖ am meisten Schwung
Der FPÖ wird generell zugestanden, den meisten Wind aus dem steirischen Urnengang mitnehmen zu können. Wie Ulram sieht auch Peter Hajek (Public Opinion Strategies) die Erfolgshürde für den FPÖ-Spitzenkandidaten Heinz-Christian Strache bei 20 Prozent: "Wenn er die 20 überspringt, ist es als Erfolg zu werten." Der "Rückenwind für die FPÖ ist sicher", sagt David Pfarrhofer (market). Und auch für Wolfgang Bachmayer (OGM) nimmt die FPÖ "natürlich am meisten Schwung" aus dem steirischen Urnengang mit.

Absolute für SPÖ möglich
Dass die zu erwartenden FPÖ-Gewinne automatisch eine Ende der Absoluten für die Wiener SPÖ bringen, glauben die Meinungsforscher nicht unbedingt. Es sei durchaus denkbar, dass die SPÖ mehr als 50 der 100 Gemeinderatsmandate hält, so Pfarrhofer. Auch Ulram sieht dies "im Bereich des Möglichen", sofern die Kleinparteien insgesamt zwischen vier und fünf Prozent erreichen, die Hürde für den Landtagseinzug aber nicht schaffen. "Dann könnte es sein, dass es sich (für die SPÖ, Anm.) mit rund 46 Prozent noch immer ausgeht."

Eher skeptisch zeigte sich diesbezüglich OGM-Geschäftsführer Bachmayer. Es müsste der Fall eintreten, dass das BZÖ zwar einige Prozent erreicht, aber dennoch an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert. Sollte die SPÖ die absolute Mandatsmehrheit doch halten, so wäre das für die Bundes-SPÖ "fast wie Weihnachten und Ostern gleichzeitig".

Rote Hochburgen
Vom Steiermark-Ergebnis wird die SPÖ nach Meinung Bachmayers durchaus profitieren können. Vor allem in der Stadt Graz hätte die Sozialdemokratie ja "quasi nichts verloren". Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl könne daraus ableiten, dass die Chancen sehr gut stünden, so Bachmayer. Der OGM-Chef gibt allerdings zu bedenken, dass die steirische SPÖ in den obersteirischen Hochburgen teils stark verloren hat - man werde sehen, was das für die Wiener Hochburgen bedeutet.

Hajek erklärte, die Frage des absoluten Mandatsmehrheit sei für die SPÖ gar nicht so sehr von Belang. Dass die Sozialdemokratie den Bürgermeister halten wird, stehe ohnehin außer Frage; das werde aller Voraussicht nach auch mit einem großen Abstand zu allen anderen Parteien passieren. Ein Halten der Absoluten wäre vor allem für die Bundes-SPÖ wünschenswert, "möglicherweise mehr für (SP-Chef Werner, Anm.) Faymann als für Häupl".

Schwierige Zeiten für ÖVP
Der ÖVP prognostizieren die Demoskopen keine großen Sprünge. "Das Niveau vom letzten Mal zu halten wäre ein Erfolg", so Hajek. Ulram sieht die Wiener Volkspartei in einem "schlechteren Zustand als die steirische". Und auch Pfarrhofer glaubt, dass es für die Volkspartei schwierig wird.

Die Grünen würden sicherlich versuchen, aus dem minimalen Plus bei der Steiermark-Wahl positive Rückschlüsse für Wien zu ziehen, so Bachmayer. Hajek verwies auf die partei-internen Querelen in Wien-Mariahilf und Neubau - damit habe man sich selbst "keine Freude gemacht".

Dem BZÖ trauen die Experten maximal Achtungserfolge zu. Mit Walter Sonnleitner habe das Bündnis für die Linie von Parteichef Josef Bucher eigentlich "einen guten Kandidaten". Es sei aber zu spät, um noch "Profil aufzubauen", so Hajek. Ulram hält es für "extrem unwahrscheinlich, dass sie es schaffen".

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