SPÖ-Jungkur mit Lauda Rudas

Interview

© Niesner

SPÖ-Jungkur mit Lauda Rudas

ÖSTERREICH: 2006 hat die Sozialistische Jugend noch gegen Rot-Schwarz demonstriert. Was sagen Sie als ehemalige SJ-Funktionärin zur neuen alten Regierung?

Laura Rudas: Ich bin optimistisch. Das Klima hat sich wirklich geändert. Im Regierungsprogramm gibt es gute Ansätze, vor allem für die Jugend. Hier liegt der Schwerpunkt auf Bildung. Das ist die wichtigste Prävention gegen Jugendarbeitslosigkeit. Wir haben festgeschrieben, dass die Sozialpartner eine Mindestlehrlingsentschädigung verhandeln sollen. Die Durchlässigkeit im Bildungssystem wird verbessert, etwa auch bei der Anrechnung von Ausbildungen. Man merkt, da sind zwei Parteien, die wirklich miteinander arbeiten wollen.

ÖSTERREICH: Wie wollen Sie die Jugend für die SPÖ zurück gewinnen?

Laura Rudas: Ich glaube, dass wir offen sein müssen. Eine Partei kann dann etwas durchsetzen, wenn sie mobilisieren kann. Wir wollen, dass die Jungen mit gestalten können, auch inhaltlich, dass wir als Partei ihnen nicht fix fertige Antworten liefern, sondern, dass die Jungen wirklich etwas mitzureden haben.

ÖSTERREICH: Braucht es, um die Jugend zu gewinnen, nicht auch eine Portion Rebellion?

Laura Rudas: Es braucht Ergebnisse. Junge Menschen wollen keine Maulhelden, sondern Ergebnisse.

ÖSTERREICH: Bisher ist Ihre Jugendpolitik vor allem im Kampf gegen die Studiengebühren aufgefallen. Wie wollen Sie die Arbeiterjugend von der FPÖ zurück gewinnen?

Laura Rudas: Hier ist die Ausbildungsgarantie ein wichtiger Punkt. Im Regierungsübereinkommen nehmen Lehrlinge einen großen Raum ein. Das war mir, aber auch meinem ÖVP-Gegenüber bei der ÖVP, Silvia Fuhrmann sehr wichtig. Wir setzen hier auch auf die Gewerkschaftsjugend, die verstärkt in die Betriebe gehen wird, in die Ausbildungsstätten. Denn hier wiegen die Ängste etwa vor Arbeitslosigkeit am schwersten.

ÖSTERREICH: Sie haben davon gesprochen, die Mitglieder verstärkt durch Aktivitäten an die Partei zu binden. Welche Aktivitäten können das konkret sein?

Laura Rudas: Das wird sich in den nächsten Tagen herauskristallisieren.

ÖSTERREICH: Wie ist die Entwicklung der Mitgliederzahlen in den vergangenen Jahren?

Laura Rudas: Das ist sehr unterschiedlich. Mitgliedschaften nehmen überall ab, sogar im Vereinsland Schweden. Aber wir hatten beispielsweise im vergangenen Jahr in Wien eine Mitgliederaktion, bei der wir 300 neue Mitglieder unter 30 Jahren gewonnen haben. Oberösterreich hat auch eine sehr gute Mitgliederstruktur. Momentan gibt es auch keinen Rückgang.

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