SPÖ und ÖVP Hand in Hand bei Schulpolitik

Zentrale BHS-Matura

© TZ Österreich Pauty

SPÖ und ÖVP Hand in Hand bei Schulpolitik

Demonstrative Einigkeit streichen SPÖ und ÖVP derzeit in der Schulpolitik hervor: Seite an Seite präsentierten am Montag Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) und VP-Bildungssprecher Werner Amon bei einer Pressekonferenz die Gesetzesnovellen des ersten Halbjahres, die vor dem Sommer im Parlament beschlossen werden sollen. Schmied betonte, in Schulfragen "Schritt für Schritt" vorgehen zu wollen, Amon meinte, dass man "Dinge sehr pragmatisch angehen muss, wenn man weiterkommen will".

Herzstück BHS-Matura
"Herzstück" der neuen Gesetzesvorhaben ist die neue teilzentrale BHS-Matura, die sich an der bereits im Vorjahr beschlossenen neuen AHS-Matura orientiert. Ab dem Schuljahr 2014/15 soll die schriftliche Reifeprüfung auch an den BHS am gleichen Tag abgehalten werden, in den Fächern Deutsch, Mathematik und lebende Fremdsprache gibt es einheitliche Aufgaben. Außerdem müssen alle BHS-Maturanten im Vorfeld eine "Diplomarbeit" schreiben. Im Frühling 2015 werden damit erstmals alle 45.000 AHS- bzw. BHS-Maturanten am gleichen Tag ihre schriftliche Reifeprüfung absolvieren.

Außerdem werden die derzeit auf Pflichtschulen sowie Berufsschulen und berufsbildende mittlere Schulen beschränkten Sprachförderkurse für außerordentliche Schüler auf die AHS-Unterstufe ausgeweitet sowie insgesamt um zwei Jahre verlängert. An den Abendschulen wird darüber hinaus in den kommenden beiden Schuljahren ein Modulsystem eingeführt. An den Pädagogischen Hochschulen soll die Nachqualifizierung von Absolventen der Pädagogischen Akademien erleichtert und ein Datenverbund eingeführt werden.

Lehrer fordern Abgeltung für Mehraufwand
Bei der neuen Matura werde es vermutlich noch zu einer "sozialpartnerschaftlichen Abstimmung" kommen müssen, so Amon. So verlangt etwa die Gewerkschaft die Abgeltung des Mehraufwands für die Betreuung der nunmehr verpflichtenden vorwissenschaftlichen Abschlussarbeiten bzw. Diplomarbeiten. Aber auch hier sei "der politische Wille klar". Schmied kündigte dazu Gespräche mit den Dienstnehmer-Vertretern an. Bei diesen werde sie aber auch die Arbeitsentlastung für die Lehrer durch die zentrale Vorgabe der Fragen einbringen.

Kritik aus dem Finanzministerium an den möglichen überbordenden Kosten für die neue Matura wiesen Schmied und Amon zurück. Der Entwurf sei mit dem Finanzministerium abgestimmt, so Schmied. "Möglicherweise ist beim einen oder anderen die Information nicht angekommen." Auch Amon will sich davon "nicht allzu sehr beirren lassen".

Schmied: Keine Verpflichtung für ganztägige Angebote
Generell sieht Schmied "ein Vertrauensverhältnis aufgebaut". Auch bei der Frage der ganztägigen Schulangebote "passt kein Blatt Papier zwischen uns". Dieses werde angebotsorientiert ausgebaut. Einzig beim ÖAAB-Vorschlag einer ganztägigen Verpflichtung zum Schulbesuch für Kinder, die zu schlecht Deutsch sprechen, zeigte sich Schmied skeptisch: Sie sei für ganztägige Angebote, halte aber nicht von einer strafweisen Verpflichtung einzig für Kinder mit Sprachdefiziten. Auch hier assistierte aber Ex-ÖAAB-Generalsekretär Amon: Diese Entscheidung solle am besten am Standort getroffen werden - es sei immerhin ein Unterschied, ob zwei Kinder oder eine ganze Klasse Sprachprobleme haben.

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