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SPÖ und ÖVP verurteilen Eggers Sager

"Exil-Jude aus USA"

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SPÖ und ÖVP verurteilen Eggers Sager

ÖVP-Generalsekretär Fritz Kaltenegger verurteilt die Aussagen des Vorarlberger FPÖ-Chefs Dieter Egger scharf. Sein Parteifreund, Landeshauptmann Herbert Sausgruber, habe mit seiner klaren Positionierung die volle Unterstützung der Bundespartei, so Kaltenegger.

Nutzen im Wahlkampf?
Sausgruber hatte erklärt, es werde nach der Wahl keine Zusammenarbeit mit der FPÖ in Vorarlberg geben, sollte Egger, der den Direktor des Jüdischen Museums in Hohenems, Hanno Loewy, als "Exil-Juden aus Amerika" bezeichnet hatte, seine Aussagen nicht zurücknehmen. Kaltenegger meint dazu, es müsse nun bei der Wahl einen "klaren Auftrag" für Sausgruber geben, damit auch klare Verhältnisse herrschen, sich die Frage nach einer Zusammenarbeit mit anderen Parteien gar nicht stellt.

Strache muss aufklären
Eggers Wortwahl bezeichnet Kaltenegger als "absolut inakzeptabel". FPÖ-Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache habe sich nun wieder einmal zu erklären. Egger reihe sich mit seinen Aussagen in eine lange Liste von FPÖ-Politikern mit "rechtsextremen Provokationen" ein.

Keine "gemäßigte" FPÖ
Aus der SPÖ meldet sich Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas zu Wort. Die jüngsten Aussagen Eggers würden einmal mehr belegen, dass es "keine gemäßigte FPÖ gibt". Hetze sei offenbar ein Grundelement freiheitlicher Politik. Wenn sich FPÖ-Politiker davon einen Vorteil versprechen, würde unverhohlen auf antisemitische Parolen und Hetze gegen Migranten zurückgegriffen, so Rudas.

Kickl verteidigt Egger
FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl dagegen stellt sich klar hinter seinen Parteikollegen. Die Vorwürfe, Eggers Aussagen seien antisemitisch interpretierbar, seien "lächerlich". Daher gebe es auch "überhaupt keinen Grund", sich zu entschuldigen, so Kickl. Egger habe nur eine Einmischungen von außen zurückgewiesen - dabei sei es "völlig egal, woher dieser Museumsdirektor herkommt", findet der blaue Generalsekretär.

Ländle-FPÖ hinter Parteichef
Die Vorarlberger Freiheitlichen stehen zum Großteil hinter ihrem Parteiobmann. Sowohl der ehemalige Landesparteichef und Landesrat Hans-Dieter Grabher als auch der aktuelle Landtagsabgeordnete und Ex-Klubobmann Ernst Hagen versichern sowohl ihre eigene als auch die volle Unterstützung der Partei.

Der aktuelle FPÖ-Klubchef, Fritz Amann, ist aber nicht einverstanden. Zwar überreagiere die ÖVP in seinen Augen, aber die Worte "Exil-Jude aus Amerika" würde er nicht verwenden, so Amann. Dadurch, dass sich Egger nicht entschuldige, entstehe riesengroßer Schaden. Die Vorarlberger Blauen würden in die braune Suppe geworfen. Amann kandidiert nicht mehr und scheidet im Herbst aus der Landespolitik aus.

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