17. März 2010 21:25
Heute startet Barbara Rosenkranz mit einer Pressekonferenz
zu ihrem Amtsverständnis offiziell in den Wahlkampf. Ihren ersten
Auftritt nach der Aufregung um ihre Haltung zur NS-Zeit absolvierte die
FPÖ-Präsidentschaftskandidatin bereits gestern in der Diskussionssendung
„Talk of Town“ auf PULS4. Dort lieferte sie sich einen harten Schlagabtausch
mit der Bundessprecherin der Grünen, Eva Glawischnig,
Mehrmaligen Aufforderungen von Glawischnig („Jetzt äußern Sie sich endlich
klar zu Gaskammern und den Verbrechen der Nazizeit!“) wich Rosenkranz jedes
Mal aus. „Ich stehe für eine Schlammschlacht nicht zur Verfügung“, sagte
sie.
Glawischnig verlangte, dass Rosenkranz ihre Kandidatur zurückziehe. „Ich bin
das Opfer einer Kampagne“, konterte Rosenkranz, deren „enorme Brutalität“
sei für jeden „offenkundig“. Auch Glawischnigs Vorwurf, dass ihre Kandidatur
Österreich in ein „Nazi-Eck“ rücke, ließ Rosenkranz nicht gelten. Sie selbst
sieht sich als „bürgerliche Alternative“ zu Heinz Fischer und nannte als
Beispiel ihr „familienpolitisches Angebot“. Sie besteht weiterhin darauf,
„Hausfrau“ zu sein. Der Feminismus sei ein „Irrweg“.
"Selbstverständlich gab es Gaskammern"
Am
Donnerstag war es dann endlich so weit. Die freiheitliche
Bundespräsidentschaftskandidatin hat sich eindeutig zum Holocaust geäußert: "Selbstverständlich
hat es Gaskammern gegeben. Selbstverständlich hat es schreckliche Verbrechen
gegeben. Kein vernünftiger Mensch stellt das in Frage", stellte
sie klar.
Rosenkranz beendete mit ihrer Aussage zu den Gaskammern eine wochenlange
Debatte. Kritiker hatten ihr teilweise Holocaust-Leugnung vorgeworfen. Die
FPÖ-Präsidentschaftskandidatin selbst sieht sich dabei als "Opfer
eine Kampagne".
Grüne: "Trotzdem ungeeignet"
"Wer nur unter
massivem öffentlichen Druck und dann mit Mühe die historische Wahrheit über
die Lippen bringt, dass es Gaskammern gegeben hat, ist völlig ungeeignet für
das höchste Amt der Republik", findet Alexander Van der Bellen,
außenpolitischer Sprecher der Grünen. Noch gestern abend habe die blaue
Frontfrau im TV trotz mehrmaliger Nachfrage Glawischnigs diese Worte nicht
sagen können oder wollen.