So kam Sebastian Kurz an die ÖVP-Spitze

Minutiöser „Schlachtplan“

So kam Sebastian Kurz an die ÖVP-Spitze

Es ist an wirklich alles gedacht. Es gibt eine Liste potenzieller Geldgeber und Promis, eine Argumentationshilfe für Duelle mit Kanzler Kern und einen „Aufmarschplan“ für den „Tag danach“, an dem Sebastian Kurz die Spitze der ÖVP erklommen hat. Festgehalten in einem Konvolut, das ÖSTERREICH zugespielt wurde und das zeigt, wie perfekt und detailliert sich Kurz und sein Team auf die Übernahme der ÖVP vorbereitet haben.

Promi-Liste ist in »älter« und »jünger« unterteilt

Das Brisante daran: Die Papiere stammen alle aus dem Herbst 2016 – aus einer Zeit also, in der Reinhold Mitterlehner noch als ÖVP-Chef und Vizekanzler im Sattel saß:

  • Eine „Kontaktliste“ führt Persönlichkeiten an, die als Unterstützer infrage kommen, inklusive eigener Rubrik für mögliche Financiers (mit einem Eurozeichen gekennzeichnet). Sie reicht von René Benko bis Dietrich Mateschitz.
  • Stars. Dort stehen einige Namen, die sich dann tatsächlich öffentlich für Kurz deklarierten, wie Kira Grünberg.
  • Inhalte. Folgende Eckpunkte werden definiert: Rot-Blau als reale Gefahr; Kern soll als „linker Ideologe“ wirtschaftlich entzaubert werden; FPÖ-Themen übernehmen.
  • Aufmarschplan. Und dann werden genaue Szenarien für die Tage nach dem Rücktritt des VP-Chefs skizziert, an die sich Kurz schließlich minutiös halten sollte. Schritt 1: Bedingungen für die Übernahme der Partei stellen. Allen engen Mitarbeitern, von Axel Melchior bis Gerald Fleischmann, werden Aufgaben zugeteilt.
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