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Strache statt Rosenkranz auf Plakaten

Im Bundespräsidentenwahlkampf hängen die ersten Plakate. "Für Österreich: Unser Handeln braucht Werte", gibt sich der aus der SPÖ kommende Amtsinhaber Heinz Fischer dabei bewährt staatstragend. FPÖ-Kandidatin Barbara Rosenkranz, die "starke Frau für Österreich", ist auf der Hälfte ihrer Plakate gar nicht zu sehen. An ihrer Stelle lächelt Parteichef Heinz-Christian Strache vom Dreiecksständer. Slogan: "Zeit für klare Worte - Wir wählen, wen WIR wollen."

"Verantwortung" und "Werte"
Man habe beim Plakataufstellen nicht die ersten sein wollen, sagte Fischers Kampagnen-Koordinator Stefan Bachleitner. Weil die FPÖ-Sujets seit dem Wochenende präsent sind, habe man aber gleichgezogen. In Wien sind es rund 1.400 Plakatflächen (bundesweit 6.000), meist Dreiecksständer, auf denen auf einer Seite ein Foto Fischers, auf den anderen Textbotschaften - neben dem "Handeln" auch "Für Österreich: In Zeiten großer Verantwortung" - zu sehen sind. Versehen sind sie mit der Unterschrift des Bundespräsidenten.

So richtig los geht Fischers Kampagne erst mit 1. April, wenn neben den mobilen Ständern auch großflächige Plakate aufgehängt werden. Eine Gesamtzahl wurde in seinem Wahlkampfbüro vorerst nicht genannt, gesichert sei jedenfalls ein Wahlkampfbudget von zwei Millionen Euro. Angepeilt werden je nach Spendenaufkommen bis zu drei Mio. Euro.

Strache statt Rosenkranz
Auf Traditionelles setzt auch Rosenkranz in ihrem offiziell 1,5 bis 1,6 Mio. Euro teuren Wahlkampf. "Ohne Mut keine Werte" lautet ihr Slogan für die Wahl am 25. April. Rund 3.500 Groß- und 30.000 Kleinflächen sind eingeplant, so FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl. Dass auch Strache plakatiert wird, liege an der gemeinsamen Wahlbewegung, "wir wollen die Stärken unserer Spitzenpolitiker nutzen".

Jetzt erst recht?
Der Aufruf, mit Rosenkranz jemanden zu wählen, den "wir wollen", lässt laut Kickl nicht zufällig Erinnerungen an Kurt Waldheims Präsidentschaftswahlkampf wach werden. "Es erinnert manches in diesen Tagen an Waldheim, wie gegen sie kampagnisiert wird", meinte er in Bezug auf Rechtsextremismus-Vorwürfe gegen die Kandidatin. Im Übrigen stehe gegen Fischer der Vorwurf im Raum, "eine der zentralen Figuren der ganzen Waldheim-Geschichte" gewesen zu sein. Waldheim war 1986 als ÖVP-Kandidat schwer unter Beschuss geraten, weil er in seinen Memoiren seine Wehrmachtsvergangenheit verschwiegen hatte.

Unterdessen sind in Wien die Hausanschläge für die Wahl ausgeliefert worden. Sie informieren darüber, wie viele Wahlberechtigte pro Wohnung im jeweiligen Haus im Wählerverzeichnis eingetragen sind. Vom 23. März bis einschließlich 1. April findet das sogenannte Reklamationsverfahren statt, in der eine fehlerhafte oder fehlende Eintragung berichtigt werden kann.

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