Traiskirchen II kommt ins Südburgenland

Jetzt ist es fix

Traiskirchen II kommt ins Südburgenland

Knalleffekt in der Asylpolitik. Innenministerin Maria Fekter (V) hat am Samstag bestätigt, dass das neue Asyl-Erstaufnahmezentrum im Burgenland gebaut wird. In der Marktgemeinde Eberau im Bezirk Güssing sollen künftig bis zu 300 Personen in der Erstaufnahmestelle Platz finden. Baubeginn soll laut Fekter noch im Herbst 2010 sein, mit der Fertigstellung und Inbetriebnahme rechnet sie im Jahr 2012.

Entlastung von Traiskirchen und Thalham
Die Errichtung einer dritten Erstaufnahmestelle sei notwendig, damit nicht die Zentren im niederösterreichischen Traiskirchen und im oberösterreichischen Thalham "allein die Hauptlast zu tragen haben".

Niessl dagegen
Den Sanktus des burgenländischen Landeshauptmanns Hans Niessl (S) hat Fekter eigenen Angaben zufolge nicht, er habe ihr mit einer Weisung gedroht. Aus juristischer Sicht könne sie das Projekt aber trotzdem durchführen, so Fekter.

Bürgerversammlung
Eine aufgeheizte Stimmung hat bei der am Samstag einberufenen Bürgerversammlung in Eberau (Bezirk Güssing) geherrscht. Nachdem am Freitag bekanntgeworden war, dass im Ortsteil Kulm ein Erstaufnahmezentrum für Asylwerber entstehen soll, stellten sich Bürgermeister Walter Strobl (V) und Gernot Mayer vom Innenministerium den Fragen der Bevölkerung.

Rund 100 bis 150 Besucher waren in den Turnsaal der Hauptschule gekommen, um ihre Meinung zu dem geplanten Projekt kundzutun. Bereits im kommenden Jahr soll mit dem Bau der Erstaufnahmestelle Süd begonnen werden, die Fertigstellung ist für 2012 geplant. Während Strobl und Mayer vor allem die Chancen für die Gemeinde in den Mittelpunkt stellten, zeigten sich zahlreiche Einwohner vor allem über die Vorgangsweise erzürnt. Zwischen dem Bürgermeister und dem Ministerium hatte bis zuletzt Stillschweigen über das geplante Projekt geherrscht.

Tschetschenen und Afghanen
Wie bei der Versammlung zu hören war, sollen vor allem Tschetschenen und Afghanen in der Erstaufnahmestelle untergebracht werden. Ein Großteil der Anwesenden befürchtete, dass ein derartiges Projekt die Aufnahmefähigkeit der Ortschaft Eberau sprengen würde. 300 Einwohner seien während der Woche tatsächlich im Ort, denen dann rund 300 Asylwerber gegenüberstehen würden. Auch aus diesem Grund wurde immer wieder eine Abstimmung zu diesem Projekt gefordert.

Die Bevölkerung befürchtet weiter, dass auch der Tourismus in der Region rund um die südburgenländische Gemeinde zu Schaden kommen könnte. Auch nach Traiskirchen würde sich kein Tourist mehr verirren, meinte etwa ein aufgebrachter Bewohner von Eberau. Gegen den Bürgermeister wurde auch eine Rücktrittsaufforderung vorgebracht, die ein Großteil der Anwesenden mit frenetischem Applaus goutierte.

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