Universität ist bereits besetzt

Anti-Bologna-Demo

Universität ist bereits besetzt

Am Mittwochabend haben bereits zahlreiche Studenten Räumlichkeiten im Neuen Institutsgebäude (NIG) der Uni Wien besetzt. Sie stellen eine freiwillige Räumung in Aussicht. Das Plenum - bestehend aus Vertretern der österreichischen Studentenprotestbewegung und Studenten anderer Länder, die zu den Protesten gegen die Bologna-Jubiläumskonferenz angereist sind - will die Hörsäle freigeben, wenn das Rektorat die zugesagten Räume für den Gegengipfel der Studenten zur Verfügung stellt.

Platz für Gegengipfel
"Falls es eine schriftliche Zusage gibt, gehen wir um zehn Uhr raus", so ein Sprecher der Gegengipfel-Organisatoren. "Wir hoffen, dass sich die Uni kooperativ zeigt. Das wollen wir ja auch tun." Die Sprecherin des Rektorats hatte davor gesagt, dass die Studenten mit der NIG-Besetzung "alle Zusagen und Vereinbarungen zum Gegengipfel konterkarieren", die man in den vergangenen Tagen getroffen habe.

Doppelstrategie?
Die Besetzer hinterfragten außerdem, ob die Uni Wien nicht ohnehin immer "eine Doppelstrategie" verfolgt habe und den Studenten nicht ohnehin beim geringsten Anlassfall die Benutzung der für den Gegengipfel versprochenen Räume am Uni Campus im Alten AKH (Wien-Alsergrund) doch noch untersagt hätte.

Doch selbst wenn der Campus nicht für den Gegengipfel genutzt werden kann, werde die Veranstaltung auf jeden Fall stattfinden. Man könne im Notfall Räume an der Akademie der Bildenden Künste nutzen und habe auch Unterstützer an der Uni für Angewandte Kunst. Der Campus wäre allerdings geeigneter für die Veranstaltung als das NIG bzw. diese Räume. In den Verhandlungen mit dem Rektorat wollen die Studenten jedenfalls versuchen, noch zusätzliche Schlafräume für aus anderen Ländern angereiste Studenten herauszuholen.

Karl für Mitarbeiten statt Demos
ÖVP-Wissenschaftsministerin Beatrix Karl hat die Studenten zur Mitarbeit am neuen Studiensystem aufgefordert. Die Studierenden sollten mitgestalten, anstatt zu demonstrieren, so Karl noch vor Bekanntwerden der neuerlichen Besetzung. Viele Kritikpunkte an Bologna führt die Ministerin auf die Übergangsphase zurück, es gebe aber auch Probleme, die Bologna nur "in die Schuhe geschoben" würden.

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