Das Bildungsvolksbegehren ist zu Ende: 383.820 Österreicher haben unterschrieben, mit Abstand die meisten in Wien.

Der letzte Tag war an Spannung nicht zu überbieten: Bis abends hatten viele Bezirksämter geöffnet, Tausende Österreicher haben ihre Unterschrift in sprichwörtlich letzter Minute noch abgegeben. Um 21.30 Uhr stand das Ergebnis fest: 383.820 Österreicher haben das Volksbegehren von Hannes Androsch unterschrieben – das ist Platz 17 im Ranking aller Volksbegehren.
28 Prozent in Innerer Stadt
Die Ergebnisse schwanken nach Bundesländern stark: Während in Wien 8,77 Prozent der Bevölkerung wählen gingen (Innere Stadt fast 28 %, aber Simmering nur 4,86 %), unterstützten in Tirol nur 3,66 Prozent das 12-Punkte-Programm von Androsch & Co. In Niederösterreich unterschrieben immerhin 5,86 Prozent der Bevölkerung.
„Das ist ein respektables Ergebnis. Die Politik muss nun handeln. Bildung wird zum zentralen Thema für die Nationalratswahlen“, sagt Bildungs-Initiator Hannes Androsch zu ÖSTERREICH (siehe unten).
Fahrplan für die Bildung
Fest steht: Die 100.000 Stimmen wurden locker erreicht, jetzt beschäftigt sich das Parlament mit dem Bildungs-Volksbegehren.
Der Fahrplan: Am 13. Dezember verkündet die Bundeswahlkommission das offizielle Endergebnis. Frühestens in der Jänner-Sitzung am 19. Jänner befasst sich das Parlament damit und weist das Volksbegehren einem Ausschuss zu.
Reaktionen
Bildungsexperte Niki Glattauer zu ÖSTERREICH: „Eine erhebliche Zahl der Österreicher will das Bildungssystem auf den Kopf gestellt haben.“ Bernd Schilcher: „Das Ergebnis ist ein erster Schritt.“ Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ): „Die Mehrheit der Österreicher glaubt an Unterstützung für Reformen.“
Das Gesamtergebnis in der Übersicht:
Bundesland
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Stimmberechtigte
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Unterschriften
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Prozent
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Burgenland |
233.421 |
14.692 |
6,29% |
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Kärnten |
442.317 |
25.761 |
5,28% |
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Niederösterreich |
1.270.422 |
74.386 |
5,86% |
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Oberösterreich |
1.089.625 |
60.648 |
5,57% |
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Salzburg |
389.036 |
22.859 |
5,88% |
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Steiermark |
966.763 |
49.671 |
5,14% |
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Tirol |
529.088 |
19.366 |
3,66% |
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Vorarlberg |
263.733 |
15.809 |
5,99% |
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Wien |
1.145.268 |
100.630 |
8,79% |
|
Gesamt |
6.327.673 |
383.820 |
6,07% |
Initiator Hannes Androsch: "Müssen jetzt dranbleiben"
ÖSTERREICH: Mehr als 380.000 Österreicher haben das Bildungsvolksbegehren unterschrieben. Herr Dr. Androsch, ehrlich: Sind Sie ein wenig enttäuscht?
Hannes Androsch: Natürlich hätte ich mir mehr gewünscht, enttäuscht bin ich aber nicht. Das muss uns erst einmal jemand nachmachen, wir haben eine breite Unterstützung in der Gesellschaft erreicht.
ÖSTERREICH: Was bedeuten 383.820 Unterschriften?
Androsch: Das ist ein respektables Ergebnis und eine Legitimation für uns, weiterzumachen. Es ist die Anforderung an die Politik, Bildung zu einem zentralen Thema zu machen. Die Sympathien und das Interesse sind nämlich weit höher, als es diese Zahlen vermuten lassen. Wir haben zum Beispiel wütende Anrufer aus Graz gehabt, die nach 16 Uhr unterschreiben wollten, aber die Ämter waren schon zu. Viele wollten anscheinend erst im letzten Augenblick unterschreiben, haben ihre Teilnahme aufgeschoben.
ÖSTERREICH: Das Volksbegehren hat den Einzug ins Parlament geschafft. Was bedeutet das für die Politik, was muss passieren?
Androsch: Als Nächstes muss ein Bildungsgipfel stattfinden. So bald wie möglich, am besten schon im Jänner 2012. Bildung wird zu einem zentralen Thema für die Nationalratswahlen. Wer sich dem nicht stellt, wird bei den Wahlen abgestraft werden. Das Ergebnis des Volksbegehrens ist aber nicht das Ende unserer Arbeit. Wir müssen jetzt dranbleiben, die Politik muss umfassend handeln. Das ist ein 10-Jahres-Programm und auch die längste Reise beginnt mit einem ersten Schritt.
Autor: Jochen Prüller
Auf der nächsten Seite: Der LIVE-Ticker zum Nachlesen.
21:28 Uhr: Das vorläufige Endergebnis ist da. Hannes Androsch konnte insgesamt 383.820 Österreicher für sein Volksbegehren gewinnen. Das sind 6,07% aller stimmberechtigter Österreicher.
21:26 Uhr: 8,77% Stimmbeteiligung in ganz Wien, damit liegt die Bundeshauptstadt über dem österreichweiten Durchschnitt.
21:23 Uhr: In Wien laufen die Ergebnisse Schlag auf Schlag ein. Nur wenige Minuten später verliert Neubau den Rekordplatz wieder. 27,95% unterschrieben in der Inneren Stadt.
21:21 Uhr: Der Bezirk Neubau stellt in Wien einen neuen Rekord auf 18,43% unterschrieben das Bildungsvolksbegehren.
21:19 Uhr: In Wien wird noch eifrig ausgezählt. Derzeit führen die Bezirke Landstraße (13,96%) und Mariahilf (10,36%) das Feld an. Derzeitiges Schlusslicht ist Simmering mit nur 4,8% Unterschriften.
21:15 Uhr: Das Gesamtergebnis in der LIVE-Übersicht:
Bundesland
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Stimmberechtigte
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Unterschriften
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Prozent
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Burgenland |
233.421 |
14.692 |
6,29% |
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Kärnten |
442.317 |
25.761 |
5,28% |
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Niederösterreich |
1.270.422 |
74.386 |
5,86% |
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Oberösterreich |
1.089.625 |
60.648 |
5,57% |
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Salzburg |
389.036 |
22.859 |
5,88% |
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Steiermark |
966.763 |
49.671 |
5,14% |
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Tirol |
529.088 |
19.366 |
3,66% |
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Vorarlberg |
263.733 |
15.809 |
5,99% |
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Wien |
1.145.268 |
100.630 |
8,79% |
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Gesamt |
6.327.673 |
383.820 |
6,07% |
21:11 Uhr: In Salzburg haben 5,88% und im Burgenland 6,29% Unterstützung für Hannes Androschs Bildungsvolksbegehren signalisiert.
21:08 Uhr: Erste Ergebnisse sind bereits bekannt, so haben in der Steiermark insgesamt 5,14%, in Vorarlberg gesamt 5,99% und in Tirol gesamt 3,66% das Volksbegehren unterschrieben.
20:57 Uhr: St. Pölten ist bereits ausgezählt. Dort gab es 2.121 Eintragungen in der vergangenen Woche plus 363 Unterstützungserklärungen für die Einleitung des Volksbegehrens - in Summe 2.484 Unterschriften bzw. 6,3 Prozent.
20:42 Uhr: Erste Hochrechnung
In Oberösterreich und Kärnten hat das Bildungsvolksbegehren jeweils weniger als sechs Prozent der Wahlberechtigten begeistert. Laut Angaben der Proponenten unterschrieben 5,6 Prozent der Oberösterreicher und 5,3 Prozent der Kärntner die Initiative des Industriellen und früheren SP-Finanzministers Hannes Androsch.
19:21 Uhr: Die ersten vorliegenden Ergebnisse lassen einen Rang im Mittelfeld der nunmehr 35 Volksbegehren erwarten. Die Proponenten rechneten am Abend mit etwas unter sechs Prozent - das wären unter 400.000 Unterschriften. Anders als das "Raus aus Euratom"-Begehren vom März d.J. wird das Bildungsvolksbegehren aber die 100.000er-Hürde nehmen und im Parlament behandelt.
18:02 Uhr: Das Bildungsvolksbegehren hat in Vorarlberg im Vergleich mit den bisher abgehaltenen Referenden mittelmäßigen Zuspruch erhalten. Laut dem vorläufigen Endergebnis leisteten auf den Gemeindeämtern 13.600 von 263.733 Stimmberechtigten ihre Unterschrift. Damit setzten sich 5,16 Prozent der Stimmberechtigten für die Anliegen des Volksbegehrens ein.
17:38 Uhr: In Graz haben 12.809 Menschen oder 6,6 Prozent von 193.272 Eintragungsberechtigten unterschrieben. Laut Wolfgang Schwartz vom Wahlreferat liegt es damit im Mittelfeld aller Volksbegehren. Von den Plebisziten der vergangenen Jahre sei es "zweifellos eines der besseren".
17:29 Uhr: In der zweitgrößten Kärntner Stadt Villach haben 2.364 Bürger das von Hannes Androsch initiierte Bildungsvolksbegehren unterschrieben. Wahlberechtigt waren 44.664 Personen, das bedeutet eine Beteiligung von 5,3 Prozent.
17:18 Uhr: In der Stadt Salzburg haben sich dem vorläufigen Bezirksergebnis zufolge 6,93 Prozent an dem Volksbegehren "Bildungsinitiative" beteiligt. Von den 100.342 Stimmberechtigten haben 6.953 Personen eine gültige Eintragung abgegeben.
17:11 Uhr: Ersten Schätzungen zufolge kratzt das Voksbegehren österreichweit an der 400.000er-Marke.
16:59: Mit dem Kärntner Landesergebnis ist erst in den Abendstunden zu rechnen, da einige Eintragungslokale bis 20.00 Uhr geöffnet haben.
16:55: In der Kärntner Landeshauptstadt Klagenfurt haben 4.269 Personen das Bildungsvolksbegehren unterschrieben, acht Eintragungen davon waren ungültig. Das Ergebnis war vorerst von der Wahlbehörde noch nicht bestätigt. Mit somit knapp sechs Prozent Beteiligung liegt das Bildungsvolksbegehren in Klagenfurt im Mittelfeld.
16:42: "Von den 10.000 berechtigten Personen haben in Eisenstadt 516 (das sind 5,16 Prozent, Anm.) das Volksbegehren unterschrieben, 92 von ihnen auch die Unterstützungserklärung", so Rathaussprecher Maximilian Schulyok. Bis Dienstagabend hatten in der Landeshauptstadt erst 290 Personen unterzeichnet.
16:40: Starkes Finish für das Begehren auf 5,16 Prozent in Eisenstadt.
16:36: In der nächsten halbe Stunde sollten uns die ersten Teilergebnisse vorliegen.
16:30: Die ersten Eintragungslokale für das Bildungsvolksbegehren haben bereits um 16 Uhr geschloßen.
Auf der nächsten Seite: So lief das Volksbegehren bislang!
Die Erwartungen waren groß, aber sie scheinen sich nicht zu erfüllen. 800.000 Unterschriften wollte Hannes Androsch
für sein Bildungsvolksbegehren erreichen. Doch von diesem Ziel ist das Bildungsvolksbegehren weit entfernt: Rund um die 300.000 Stimmen wird die Androsch-Initiative bekommen und damit im Mittelfeld der bisher 34 Volksbegehren landen. Sympathisanten gibt es viele, doch nur wenige scheinen den Weg ins Gemeinde- oder Bezirksamt gefunden zu haben. Das zeigen die ersten Zwischenergebnisse:
Enttäuschung
Mageres Interesse gab es im Burgenland und in Kärnten. In Eisenstadt hatten bis Dienstagnachmittag erst 290 Personen unterschrieben (2,9 % der Berechtigten). Auch in Kärnten legt man auf eine Bildungsdiskussion wenig Wert: In Klagenfurt wurden bis Dienstagabend 2.200 Unterschriften gezählt. Das ist eine Beteiligung von knapp drei Prozent. Besser lief es in der Steiermark, Vorarlberg und Tirol. Etwa 8.000 Unterschriften gab es bis Mittwochvormittag in Graz. Regen Zulauf hatte das Volksbegehren in Innsbruck: Fast 3.000 Unterschriften gab es bis gestern Nachmittag. In Bregenz rechnet man mit 800 Unterschriften.
Hannes Androsch bleibt kämpferisch: „Für viele ist es eine Mutprobe, dieses Volksbegehren zu unterschreiben. Wie immer das Ergebnis ausgeht, wir geben nicht auf.“
ÖSTERREICH: Herr Androsch, Ihr Volksbegehren liegt offenbar im Mittelfeld. Enttäuscht?
Hannes Androsch: Ich hoffe, dass heute noch ein Schub kommt. Die Trägheit scheint eine beharrliche physikalische Größe zu sein. Trotzdem haben wir ein Potenzial geweckt, das gehoben werden muss. Aber das Volksbegehren ist für mich nicht von der Anzahl der Unterschriften abhängig, sondern erst der Anfang der Fahnenstange.
ÖSTERREICH: Selten wurde ein Volksbegehren medial so unterstützt. Sollten Sie nicht die 300.000-Marke schaffen – bedeutet das das Ende des Volksbegehrens?
Androsch: Das glaube ich nicht, diese Konsequenz wäre ein Selbstvernichtungsurteil.
ÖSTERREICH: Bleiben Sie auch nach dem Volksbegehren das Aushängeschild?
Androsch: Ich werde das Kind jetzt nicht an die Amme abgeben. Es geht trotzdem weiter.
mehr zeitgemäße Systeme- Der Kaiser ist Geschichte!
Der Bauer mit Ochs und Pflug hat ausgedient, kein Unternehmen wäre lebensfähig
würde es sich so den Fortschritt verwehren wie die österreichische Bürokratie!
Es ist also richtig Feuer am Dach und es muss sehr schnell etwas passieren und selbst dass was heute passiert, trägt in frühestens 10-15 Jahren zu einer Verbesserung bei. Jeder aktuelle Zeitverlust bei der Neufindung durch Ausschüsse, Kommissionen und Nationalrat ist hinzu zu rechnen. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass selbst eine umfangreiche Reform wieder nur ein schlechter Kompromiss zwischen den jeweiligen Koalitionen sein wird und nach Neuwahlen quasi alles bisher erarbeitete einer neuen Prüfung standhalten muss.
Geschätzt wird es mindestens 8 Jahre dauern, bis eine Bildungsreform in Kraft gesetzt wird. Macht in Summe 18-23 Jahre bis sich die ersten Erfolge einstellen.
FRAGE: HABEN WIR DIESE ZEIT? IST DAS DURCHGEFÜHRTE VOLKSBEGEHREN "SAND IN DIE AUGEN STREUEN" NACH DEM MOTTO: Wir tun ja was!
Es gibt in Europa Bildungssysteme, die sind weit erfolgreicher als das derzeitg österreichische - warum muss Österreich seine Bildung neu erfinden, wenn man Anleihen bei den Nachbarn nehmen kann? Wäre es so ein großes Problem, z.B. eines der deutschen Systeme zu kopieren. In Deutschland ist die schulische Bildung Bundesländerhoheit, also gibt es Variationen, die der Bevölkerungsstruktur angepasst sind. Es wäre doch schnell möglich, dass deutsche System schnellstmöglich auf Österreich zu übernehmen - ich glaube sogar, dass Patenschaften (z.B. Kärnten./.Bayern) möglich wären, um zu unterstützen. Selbst die Unterrichtsmaterialien können bis auf wenige Ausnahmen komplett übernommen werden. Sogar der Austausch von Lehrern für z.B. 6 oder 12 Monate wäre denkbar.
Das Spicken, dass sonst in den Schulen verboten ist, sollte in diesem Fall Verpflichtung sein.
Oder wollen sich jetzt ein paar einheimische B- oder C-Politiker noch schnell ein Denkmal setzen?
Bezugnehmend auf deine Formulierung "Nicht die Einheitsschule wird gefürchtet, sondern vielmehr, dass es unter sozial schwächer gestellten Personen mehr begabtere und intelligentere Kinder geben könnte" möchte ich folgendes deponieren:
Ich (Jahrgang 1944) stamme aus einer konservativen Familie und besuchte von 1954 - 63 (ich habe die 4. Klasse aus "Sicherheitsgründen" wiederholt) das Maroltinger-Gymnasium in Wien 16, also einem sogenannten Arbeiterbezirk. Damals gab es bekanntlich noch eine Aufnahmsprüfung, die aber zumindest an dieser Schule für viele Kinder aus sozial schwachen Familien nicht das geringste Problem - warum auch?!"- darstellte. Weder meine konservativen Freunde noch vor allem ich hielten uns für begabtere, intelligentere Menschen oder gar "bessere" Menschen, nur weil unsere Eltern schöne Wohnungen/Häuser und viel mehr Geld hatten!
Auch stammte damals die Mehrheit meiner Freunde aus dem sozialistischen Umfeld, wobei selbst intensiv-aggressive, sozialpolitische Diskussionen die Freundschaft nicht einmal im Ansatz gefährden konnten, da wir unterschiedliche Ansichten zumindest respektierten.
Was Deinen Schlusssatz betrifft, so sei versichert, dass es auch in konservativen Kreisen sehr viele Befürworter einer entsprechenden Schulreform gibt, was selbstverständlich auch für Teile der ÖVP gilt, die ich aus allgemein bekannten Gründen seit 1999 nicht mehr gewählt habe.
Dass sich irgendwer, und schon gar keine Kinder, für begabter oder intelligenter halten würde, habe ich nicht behauptet. Entschuldigung, wenn ich mich vielleicht mißverständlich ausgedrückt habe. Die Angst vieler Eltern vor Konkurrenz, Ausländer einer Nivellierung ist aber vorhanden.
1. Es wurden zu viele unterschiedliche Themen in ein Volksbegehren gestopft. Man hätte sich auf zwei bis drei konkrete Themen festlegen sollen (z.B.: Gesamtschule und Sitzenbleiben).
2. Viele Menschen lehnten das Volksbegehren ab, weil es von Hannes Androsch initiiert wurde.
3. Die Medien müssten ständig über Bildung berichten und nicht nur ein paar Monate (der mediale Höhepunkt für das Volksbegehren wurde schon bei der Sammlung der Unterstützungserklärungen erreicht!).
4. In Österreich hat Bildung keinen hohen Stellenwert (siehe: österr. Politiker).
5. Menschen, welche Bildung als hochwertiges Gemeingut erkennen, werden belächelt und verhöhnt.
6. Die ideologische Mauer der konservativen Betonierer ist auch nicht zu verachten (ÖVP sieht sich bestätigt, Veränderungen sind schlecht).
Fliegen sogar dort hinaus.
Ihr Beitrag entbehrt jeglicher Intelligenz und/oder Sinnhaftigkeit. Ihre RS zeugt aber davon das dies Bildungsbegehren ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist!
Übrigens: Das Mittelalter ist vorbei. In Österreich haben bereits alle Kinder die Chance eine HÖHERE SCHULE zu besuchen.
Man sollte die Frage, warum gerade aus dem konservativen Bereich große Ablehnung kommt, umdrehen. Nicht die Einheitsschule wird gefürchtet, sondern vielmehr, dass es unter sozial schwächer gestellten Personen mehr begabtere und intelligentere Kinder geben könnte. Damit steigt die Chance, dass die Herkunft als Kriterium in den Hintergrund tritt und charakterliche sowie fachliche Fehlbesetzungen künftig seltener werden.
Die vergleichsweise hohe Zustimmung aus der inneren Stadt ist interessant, sollte doch langsam Einsicht kommen?
Steiermarkweit schnitt das Bildungsvolksbegehren mit 6,6% am besten in Graz ab und das "trotz" eines schwarzen Bürgermeisters.
Das lässt auf die nächsten Wahlen hoffen !!!
Die SPÖ ist sicher nicht mehr die stimmenstärkste Partei.
Wo ist sie wohl zuhause?
Unterlege deine Behauptung mit Fakten-Zahlen und lass uns an deinem Wissen teilhaben?
Danke!
Da würden Sie aber schön schauen, wie die intellektuell beisammen sind.
Dank des hervorragenden Schulsystems. Straches Wähler kommen
halt alle aus den Hilfs- und Sonderschulen.
Aber dafür mit dem Großvater wie mir mein Enkel (4. Klasse Gymnasium) täglich bestätigt ;-)
Alterierst du dich nur deshalb, weil dieses Volksbegehren für dich aus unschwer ersichtlichen Gründen viel zu spät kommt?
Irrtum
Bitte informier dich nochmal-diese Ergebnis hatte nebst der angeborenen Faulheit des Österreichers auch den Grund, das sehr wohl von einer Verpflichtung die Rede war. Für mich ein Grund dieses nicht zu unterschreiben!
2. geht es beim vorschlag "ganztagsschule" nicht lediglich darum die ganztagsschule anzubieten - von verpflichtung ist keine rede. (und mit eltern hausübungen machen ist übrigens auch nicht so lustig.)
was wir brauchen wäre ein herkules um diese aufgabe zu bewältigen. wenn man sieht, wer alles für das bildungsvolksbegehren wirbt, fragt man sich doch warum die letzten 20 jahre immer nur meldungen kamen wie: wir haben ja ein so gutes bildungssystem, aber sonst nichts unternommen wurde.
das was kommen wird ist ein flickwerk, das aber keinerlei probleme lösen wird sondern nur vergrössert.
Zuerst kam der misteriöööse Bildungsneandertaler. Ui, war der spannend. Dann kam die Unterschriftenaktion. Großes Tamtam, viel Werbung. Ein Promi nach dem anderen wurde wichtig in Szene gesetzt.
Ich habe nicht gehört, dass sich irgendwelche Parteien strikt gegen eine Diskussion der im Volksbegehren angeführten Punkte ausgesprochen hätten. Also geht vermutlich jeder davon aus, dass es unabhängig vom Ergebnis der Umfrage sowieso diskutiert werden wird.
Außerdem haben wir bis heute noch keine Zahlen zu lesen bekommen, wie viel das alles kostet. Das sollte bei 215 Milliarden Euro Staatsschulden selbstverständlich sein, auch über Kosten zu reden.
Weiters halte ich den Vorschlag, Sonderschulen aufzulassen, für absolut unsinnig. Würde man Sonderschüler in normale Schulen unterbringen, bräuchte man eine individuellere Unterrichtsmöglichkeit, d. h. mehr Lehrer wären nötig, was natürlich auch mehr kostet, wenn nicht das Niveau der kompletten Klasse sinken soll.
Aus diesen Gründen habe ich auch nicht an der Umfrage teilgenommen. Ich halte sie für unnötig und unseriös.