Wann lässt Strache sich firmen?

Heimliche Feier

Wann lässt Strache sich firmen?

Gestern noch mit dem Kreuz in der Hand beim Wahlkampfauftritt, morgen schon mit den wichtigsten Sakramenten gesegnet: Heinz-Christian Strache scheint es mit seiner neu gefundenen Nähe zur Kirche ernst zu meinen. Der 39-jährige FPÖ-Chef wird sich in naher Zukunft firmen lassen.

Geheime Zeremonie
Wann und wo die Zeremonie stattfinden wird, will Strache nicht verraten. Allerdings: Im Stephansdom findet am Pfingstsamstag eine der seltenen Erwachsenenfirmungen statt. Offiziell ist die Firmung „das Sakrament, das den Heiligen Geist verleiht, um tiefer in der Gotteskindschaft zu verwurzeln, fester in Christus einzugliedern, die Verbindung mit der Kirche zu stärken.“

"Herzensangelegenheit"
Für den FPÖ-Chef ist das eine „innere Herzensangelegenheit“. Er verwehrt sich dagegen, dass seine „private religiöse Einstellung“ jetzt in die „tagespolitische Auseinandersetzung“ hineingezogen werde, so Strache gegenüber ÖSTERREICH.

Großeltern waren krank
Mit 14 war er verhindert. „Es ist sehr verwunderlich, dass er nicht schon als Jugendlicher gefirmt wurde. Er war ja in Strebersdorf in einem katholischen Internat“, so Strache-Biografin Nina Horaczek. Die Erklärung: „Es kam damals aufgrund einer Erkrankung meiner Großeltern leider nicht zur Firmung, die ich jetzt nachhole“, erläutert Strache.

Vorzeige-Firmling
Dass sich der FPÖ-Chef seit vergangenem Oktober auf die Zeremonie vorbereitet, deutet darauf hin, dass er in dieser Angelegenheit tatsächlich nichts dem Zufall überlässt. Hat er doch bereits mit 14 Jahren den Firmunterricht schon einmal besucht.

Stadler freut sich
Ewald Stadler vom BZÖ, selbst glühender Katholik, freut sich im ÖSTERREICH-Gespräch über Straches Entscheidung. „Natürlich finde ich das gut. Wenn jemand sich bekehrt, dann ist das immer erfreulich.“ Der zweifelnde Nachsatz folgt auf dem Fuß: „Ich hoffe, dass es eine echte Bekehrung ist.“

„Nicht reif"
Es sei zwar allein die Aufgabe des zuständigen Priesters, Strache die Firmreife zu attestieren. Er wolle sich da auch gar nicht einmischen. Aber: „Jemand, der das Kreuz, das größte Erlösungssymbol der Christenheit, als Kulturklammer bezeichnet, der hat meiner Ansicht nach diese Reife noch nicht“, so Stadler.

Ob Strache als „Firmgeschenk“ bei der Europawahl zu Recht mit ein paar Katholiken-Stimmen mehr kalkuliert, wird sich zeigen.

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