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Wer steckt hinter Anti-Strache-Rap?

Die FPÖ empört sich über ein Musikvideo im Internet, in dem ein österreichischer Rapper den freiheitlichen Parteichef Heinz-Christian Strache wüst beschimpft. Nachdem die Tageszeitung "ÖSTERREICH" auf den Track "Na C.-Strache" des jungen Rappers "Big DnC" aufmerksam gemacht hatte, ortete FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl auch Verbindungen zur SPÖ. Das Video war nämlich unter anderem in einem Politik-Blog zu finden, das von einem Mitarbeiter der SPÖ-Kommunikationsabteilung betrieben wird.

Selbstmord nach Aufforderung
"Na C. Strache" ist im Stil eines sogenannten Diss-Tracks gehalten. Darunter wird in der Rapper-Szene das Herabwürdigen und Schmähen von Gegnern verstanden, "Dissen" gilt mittlerweile als eigenes Genre. Die Handlung des Musikvideos: Ein (maskierter) Mann, der offenbar Strache darstellen soll, wird entführt, gefesselt, ausführlich beschimpft und schließlich zum Selbstmord aufgefordert, was denn auch in die Tat umsetzt wird. Strache wird unter anderem als "Scheiß Rassist" bezeichnet, "Fuck Na C.-Strache!" lautet der Refrain.

Von linken SPÖ-Netzwerken finanziert?
Kickl bezeichnete den rund zehnminütigen Clip als "ungeheuerliches Anti-Strache Hass-Video eines 'linken Gut-Rappers'". Er stellte in den Raum, dass "auch die Hersteller und Finanzierer des Skandalvideos im Dunstkreis linker SPÖ-Netzwerke zu finden sein könnten". Überdies kündigte er "alle zu Gebote stehenden rechtlichen Schritte" sowohl gegen den Urheber als auch gegen "die Verbreiter" an. Und schließlich verlangte Kickl eine "öffentliche Distanzierung" sowie Entschuldigung von der SPÖ und von Bundespräsident Heinz Fischer - auf dessen Wahlkampf-Homepage wird im nämlichen Blog verlinkt.

Antwort auf die Strache-Raps
Track und Video sind nicht neu. Auf YouTube wurde es im Oktober 2008 veröffentlicht und seitdem in zahlreichen Blogs und Foren rezipiert. Im Jänner 2010 hatte sich der "Falter" für eine Geschichte über Anti-Strache-Aktionen von Jugendlichen auf die Suche nach dem Urheber, den Angaben der Zeitung zufolge ein 15-jähriger Schüler, gemacht. Ursprünglich habe er den Song nur für sich geschrieben, berichtete dort der Wiener, und zwar als Antwort auf die Strache-Raps.

Der FPÖ-Chef hat sich ja selbst wiederholt als Rapper versucht, was der Jugendliche laut "Falter" als vereinnahmende Anbiederung an die Rapperszene verstand. Dann habe ihn das Bedürfnis überkommen, andere Jugendliche auf die "Angstpolitik" Straches aufmerksam zu machen, wird er zitiert.

SPÖ weist Verbindung zurück
Die SPÖ hat am Sonntag festgehalten, dass das Anti-Strache-Musikvideo nicht auf einer SPÖ-Homepage "abzurufen ist und war". Von seinem privaten Web-Auftritt habe es der Mitarbeiter der Kommunikationsabteilung "umgehend entfernt". Der Inhalt des Videos sei "klar zu kritisieren". Die SPÖ betonte zudem, dass "Web-Inhalte von Mitarbeitern auf ihren privaten Web-Auftritten, Facebooks-Profilen und anderen Kanälen" nicht ihrem Einfluss unterlägen.

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