28. Oktober 2011 11:53

Plattform formiert 

Widerstand gegen Anti-Terror-Paket

Amnesty International und Greenpeace kritisieren schwammigen Entwurf .

Widerstand gegen Anti-Terror-Paket
© APA/HANS KLAUS TECHT

Mehrere NGOs haben sich zusammengeschlossen, um gegen die geplante Novelle des Sicherheitspolizeigesetzes (SPG) im Zuge des Anti-Terror-Pakets der Regierung mobil zu machen. Vertreter von Amnesty International und Greenpeace kritisierten am Freitag in einer Pressekonferenz abermals angebliche Eingriffe in die Grundrechte. Unterstützung erhielten sie vom Verfassungsrechtsexperten Bernd-Christian Funk, der von "in einem demokratischen Rechtsstaat vorher nie dagewesenem" sprach.

Schwammiger Entwurf
Heinz Patzelt von Amnesty International kritisierte den seiner Meinung nach schwammigen Entwurf zur SPG-Novelle. Dieser sei "dermaßen schlecht und unpräzise", dass seine Organisation erstmals keine Stellungnahme in der Begutachtungsphase verfassen habe können. Der Text entziehe sich jeder "nüchternen und strukturierten Bewertung". So werde etwa der Polizei ermöglicht, ohne richterlichen Befehl Handys abzuhören und das Büro zu verwanzen, auch wenn dies nicht explizit formuliert sei. Patzelt: "Ich erwarte mir eine glasklare gesetzliche Definition."

"Anti-Grundrechts-Paket"
"Aus unserer Sicht ist das kein Anti-Terror-Paket, sondern ein Anti-Grundrechts-Paket", findet auch Niklas Schinerl von Greenpeace. So sei es zwar klar, dass Terrorismus-Prävention nötig sei, durch die SPG-Novelle treibe diese aber nun seltsame Blüten in Österreich. Auch Greenpeace kritisiert die zu weit gefassten Formulierungen, durch die "ein gewisses Missbrauchspotenzial" durch die Exekutive bestehe. So brauche die Polizei bei Besetzungen keinen Räumungsbefehl, gewaltfreie Proteste wie etwa "unibrennt" aber auch jene in Hainburg und für die Wiener Arena wären nicht mehr möglich.

"Sehr kritisch" sieht die Novelle auch Verfassungsrechtler Funk. Es handle sich dabei um eine "massive Aufrüstung" der Exekutive, "in einem demokratischen Rechtsstaat etwas vorher nie dagewesenes". Der Weg, den die Regierung damit einschlage, sei allerdings nicht neu. Trotzdem sollte man diesen noch einmal überdenken. Was eine eventuelle Verfassungsbeschwerde angeht, ist sich allerdings auch Funk noch unsicher, da es nicht um die Gesetzeslage, sondern um die mögliche missbräuchliche Anwendung gehe.

"Wir werden mit dieser Plattform versuchen, die Änderungen zu verhindern", gab sich die ehemalige ÖH-Vorsitzende Sigrid Maurer optimistisch. Die Menschenrechte auf Privatsphäre und Datenschutz seien extrem gefährdet, was allerdings noch nicht so richtig ins allgemeine Bewusstsein gedrungen sei. Mit Aktionen und Vernetzung wollen sich nun die beteiligten NGOs auf "kreative Weise" Gehör bei der Regierung verschaffen. Neben Amnesty und Greenpeace sind etwa noch Global 2000, Attac, SOS Mitmensch und die ÖH beteiligt.


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6 Postings
Frosch meint am 29.10.2011 10:05:47 ANTWORTEN >
Die sogenannten freien Welten (Demokratien) sollten es sich gut überlegen, ob ihr "Kampf" gegen den Terror, der scheibchenweise die Bürgerrechte beschneidet, nicht sogar dem Terror bzw. seinen Drahtziehern in die Hände spielt.
Ein perfekter Überwachungsstaat ist keine freie Welt mehr!
the unholy meint am 30.10.2011 18:15:18
FROSCH!
Dem stimme ich absolut zu und anstatt unsere Freiheit zun wahren und zu hegen, entwickeln wir uns scheinbar in in unsrerer Terrorangst zruck und wern immer mehr zum gläsernen Menschen. Bald is ma ja dann nur noch überwacht und kontrolliert und sowas mag ich z.B. gar net. Freiheit muss immer no Freiheit bleiben.
"Wann ich ma nix zu Schulden kommen lass, dann brauch i nix fürchten" is für mi a bissel a bledes Argument, denn es gibt gnua Leut die heut no unschuldig sitzen oder zumindest unschuldig gesessen sind. Vor aner Willkür etc. is gar keiner, aber gar keiner sicher!
chris234 meint am 29.10.2011 00:43:18 ANTWORTEN >
Startet eine Volksbefragung dann sieht man ja was Herr und Frau Österreicher denkt! Dieses Gesetz darf nicht beschlossen werden sonst würde dem Datenmissbrauch und der willkürlichen Überwachung Tür und Tor geöffnet!
finn777 meint am 28.10.2011 21:21:07 ANTWORTEN >
Da dieses Anti Terror Paket ebenso wie die geplante elektroonische Gesundheitsakte lediglich zur Überwachung und Bespitzelung der Bürger und dem Schutz einiger Politiker dient muß gegen dieses etwas unternommen werden. Je früher die Bevölkerung sich daggen zur Wehr setzt desto besser für Österreich. (Die EU und unsere Regierung will keine Bürger sondern Zombis)!!!!
WegmitderEU meint am 28.10.2011 14:37:02 ANTWORTEN >
Haben die NGOs immer noch nicht kapiert dass wir nicht mehr in einer Demokratie sondern in einer Diktatur leben? Die Wahlen finden doch nur mehr pro Forma statt, so wie früher bei den Kommunistischen Staaten, in Wirklichkeit bestimmt die EU und unsere Polit Versager dürfen nur noch ja und amen sagen. Die Bevölkerung verliert ihre Meinungsfreiheit und ihre anderen Grundrechte, damit jene Leute, welche sonst die Tatsachen aufdecken könnten, rechtzeitig aus dem Verkehr gezogen werden können. Eben ganz so wie früher in der UDSSR oder der DDR. So ist nun einmal das Leben in der EU Diktatur.
bewusst1 meint am 28.10.2011 13:58:56 ANTWORTEN >
man muß sich schon im klaren sein, viele die sagen möchten können auch einen knall im kopf haben und ist auch ganz normal in dieser zeit...
bedauerlich aber doch tatsache einer leistungsform...
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