Wiener Polizei zeigt Peter Westenthaler an

Körperverletzung

 

Wiener Polizei zeigt Peter Westenthaler an

Westenthaler, dessen Prozess wegen falscher Zeugenaussage in der sogenannten orangen Prügelaffäre Ende Juli im Wiener Straflandesgericht fortgesetzt werden soll, sieht sich damit neuerlich strafrechtliche Ermittlungen gegenüber. Die Wiener Polizei hat den BZÖ-Obmann wegen Körperverletzung zur Anzeige gebracht. Behördensprecher Gerhard Jarosch bestätigte am Dienstagnachmittag den Erhalt einer Sachverhaltsdarstellung, die für Westenthaler die Einleitung eines weiteren Strafverfahrens zur Folge haben könnte.

"Mit Knie eines Polizisten in Berührung gekommen"
Nach Darstellung der Polizei soll BZÖ-Chef Peter Westenthaler am Abend des 16. Juni 2008 darauf erpicht gewesen sein, möglichst rasch vom Parkplatz P5 unweit vom Ernst-Happel-Stadion zu kommen, nachdem Österreich gegen die deutsche Fußball-Nationalmannschaft eine 0:1-Niederlage bezogen hatte. Diesem Unterfangen stand jedoch die Staatskarosse mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel im Weg, die Westenthaler an der unverzüglichen Heimfahrt hinderte.

"Er wollte das Passieren der Karosse nicht abwarten", meinte Polizeisprecherin Karin Strycek. Westenthaler habe gegen 22.40 Uhr auf der Stelle das Gelände verlassen wollen, ein Uniformierter habe ihm allerdings das Linksabbiegen "verwehrt", da die Straße für die Staatskarosse reserviert gewesen sei, sagte Strycek.

Daraufhin soll es zu einem Wortwechsel gekommen sein. Schließlich habe Westenthaler sein Fahrzeug in Bewegung gesetzt und sei auf den Beamten losgefahren: "Er hat ihn leicht am Knie erwischt", schilderte die Sprecherin. Der Gesetzeshüter habe "deutliche Schmerzen" verspürt. Am Ende habe sich Westenthaler dann aber doch an die Anweisungen gehalten und sei rechts abgebogen.

Zwischenfall wird von zwei Zeugen bestätigt
Der für Peter Westenthaler wohl mehr als unangenehme Zwischenfall unweit vom Wiener Ernst-Happel-Stadion wird von zwei Zeugen bestätigt. Diese sowie der betroffene Polizeibeamte wurden bereits umfassend einvernommen, ihre Aussagen finden sich in der Sachverhaltsdarstellung, die am Dienstagnachmittag bei der Staatsanwaltschaft Wien eingetroffen ist.

"Man muss sich jetzt in Ruhe anschauen, was das rechtlich ist. Wir werden nicht aus der Hüfte schießen", meinte Gerhard Jarosch, der Sprecher der Anklagebehörde. Westenthaler werde selbstverständlich Gelegenheit bekommen, im Zug einer Einvernahme seine Sicht der Dinge darzulegen.

Westenthaler: "Man will mich systematisch ruinieren!"
In einer Aussendung des BZÖ weist Peter Westenthaler die Anschuldigungen als völlig dubios und aus der Luft gegrifffen zurück: "Da war nichts. Offenbar will man mich systematisch ruinieren". Er sei nach dem EM-Spiel lediglich von einem Polizisten beim Verlassen des Parkplatzes in eine andere Richtung dirigiert worden. "Weder hat es eine verbale, noch sonst eine andere Auseinandersetzung und schon gar keine Berührung meines Autos mit einem Polizisten gegeben", so Westenthaler.

"Haltlose Unterstellungen"
"Ich frage mich wirklich, ob ich als Obmann einer Oppositionspartei, deren Chancen für die kommende Wahl gut stehen, als vogelfrei erklärt wurde. Was und Wer kommt als Nächstes(r) dran? Meine Familie? Oder weitere ominöse strafrechtlich relevanten Vorwürfe? Vielleicht mal ein Mord oder Totschlag? Die politische Auseinandersetzung sollte geführt werden, aber diese auf dem Niveau von Vernaderung und Diffamierungen über den Umweg haltloser persönlicher Unterstellungen zu führen, ist wirklich abzulehnen", so Westenthaler abschließend in der Aussendung des BZÖ.

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