13. März 2010 20:23
© Gerhard Fally/TZ ÖSTERREICH
Im Winkerl. Hinter verschlossenen Türen debattieren die Grünen derzeit
heftigst über die Bundespräsidentenwahlen. Grünen-Chefin Eva Glawischnig
wollte ursprünglich ihren Vorgänger Alexander Van der Bellen ins Rennen
schicken. Dieser hatte sich bekanntlich erfolgreich dagegen gewehrt. „Jetzt
haben wir den Salat“, ärgert sich ein Grüner. „Alle reden über Rosenkranz
und wir spielen keine Rolle.“
Aber auch eine andere Frage spaltet die Grünen: Während sich Van der Bellen
bereits klar für den amtierenden Bundespräsidenten Heinz Fischer
ausgesprochen hat, weigert sich Glawischnig, eine Wahlempfehlung für Fischer
abzugeben. „Sie will einfach nicht, dass wir als Beiwagerl der Roten
wahrgenommen werden“, rechtfertigt sich ein Vertrauter. In der Basis rumort
es aber genau wegen dieser Einstellung. „Wir können nicht einfach nur in der
Mitte stehen und sagen ‚Rosenkranz ist pfui, aber mehr sagen wir nicht‘ “,
bringt es ein Kritiker auf den Punkt. Tja, aber bis zur Wahl am 25. April
hat Glawischnig ja noch Zeit, „um umzudenken“
Fekters Kampf gegen die Landeshauptleute
Wunden. Die Niederlage um das Erstaufnahmezentrum in Eberau hat bei Maria
Fekter Blessuren hinterlassen. Dass sich die Landes-Chefs so
„kooperationsunwillig“ zeigen, verstört die starke schwarze Innenministerin.
In den kommenden Wochen will sie hinter den Kulissen trotzdem neue Gespräche
aufnehmen. Ein drittes Erstaufnahmezentrum hat sie bereits aufgegeben. Doch
zumindest über kleinere Einrichtungen in allen neun Bundesländern will sie
reden. Im kleinen Kreis bekannte Fekter aber bereits: „Vor den drei
Landtagswahlen dieses Jahr wird sicher nichts weitergehen.“ Indes zeigen
parteiinterne Umfragen, dass die populistisch geführten Debatten gegen ein
neues Asylzentrum zu „einem weiteren dramatischen Anstieg der
Fremdenfeindlichkeit geführt“ haben, sagt ein ÖVP-Mann. Ein schlechtes
Vorzeichen für die Wien-Wahl?