12. März 2010 21:18
Ursprünglich hätte der Bundespräsidentschafts-Wahlkampf ihm jede Menge
Publicity einbringen sollen. FP-Chef Heinz-Christian Strache wollte ihn als
Test für die Wien-Wahl im Oktober nützen. Der Ober-Blaue hätte FP-Kandidatin
Barbara Rosenkranz permanent im Wahlkampf begleiten sollen. Seit Rosenkranz
aber mit ihrer „eigenwilligen“ Position zur NS-Zeit in die negativen
Schlagzeilen kam, ist alles anders.
Strache geht auf Distanz zur Rosenkranz-Kampagne
Der FP-Chef und
seine Strategen haben ihre ursprüngliche Wahlkampfplanung völlig über Bord
geworfen:
- Strache hätte gemeinsam mit Rosenkranz von den Wahlplakaten lächeln
sollen. Jetzt wird nur noch Rosenkranz affichiert.
- Statt mehrere Wellen an Plakatsujets in den Wahlkampf zu werfen, wird
sich die FPÖ auf eine einzige Plakatreihe mit Rosenkranz beschränken.
- Das Budget, das ursprünglich bis zu vier Millionen Euro ausgemacht hätte,
wird nun – ÖSTERREICH berichtete – auf 1,5 Mio. Euro
beschränkt.
- Zudem wird Strache nicht, wie vorgesehen, mit Rosenkranz quer durch Österreich
tingeln.
Strache konzentriert sich nun voll auf die Wien-Wahl
Eigentlich
wollte Strache auch hier Vorbild Jörg Haider imitieren. Dieser hatte oftmals
formale Spitzenkandidaten aufgestellt, dann aber stets selbst als
Hauptdarsteller agiert.
Strache wird Rosenkranz nun nur noch bei den Wahlauftakten – ab Ende März –
und Wahlkampfabschlußveranstaltungen begleiten. Offiziell wird sich Strache,
der Rosenkranz ohnehin nie innig verbunden war, natürlich nicht von
Rosenkranz distanzieren können. Hinter den Kulissen ist er freilich längst
auf Distanz gegangen. „Barbara wollte unbedingt antreten. Jetzt ist es
allein ihr Kampf. Wenn sie gut abschneidet, umso besser. Wenn sie schlecht
liegt, ist es allein ihre Niederlage“, erklärt ein FP-Spitzenmann die neue
Strache-Strategie.
„Strache, der sich voll auf die Wien-Wahl im Herbst konzentriert, will sich
nicht durch „Rosenkranz anpatzen lassen“, erklärt ein Blauer. Zudem kratze
sie am angepeilten „jungen, dynamischen Image“ Straches. Er will sich im
Wien-Wahlkampf moderater geben, um auch frustrierte Bürgerliche
anzusprechen. Eine Zielgruppe, bei der Rosenkranz und ihre Geister der
Vergangenheit gar nicht ankommen. Ob die Wähler Strache diese
„Distanzierung“ wohl abkaufen werden?