27. Jänner 2010 20:50
Arktis-Alarm bei eiskalten minus 27 Grad: Das ganze Land bibberte gestern
früh –es war die kälteste Nacht des Winters.
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Kältekammer
Die absolute Kältekammer des Landes war das
Waldviertel (NÖ). In Gars am Kamp wurden minus 27,6 Grad gemessen.
ÖSTERREICH-Mitarbeiterin Tamara Kern reiste nach Gars und meldete aus dem
Frost: „Es ist sehr extrem hier.“
Noch kälter war es zuletzt vor 13 Jahren: Am 27. Dezember 1996 stürzte in
Weitra (NÖ) das Thermometer auf minus 28,2 Grad.
Die kälteste Landeshauptstadt war Linz mit minus 19 Grad am Flughafen.
Der Frost-Schock sorgte für Chaos im Land:
- In Wien zerbarsten gleich zwei Wasser-Rohrleitungen, es kam stundenlang
zu erheblichen Verkehrsproblemen mitten in der City.
- Die Autofahrerclubs vermeldeten Rekord-Pannen-Einsätze. Im Minutentakt
mussten ARBÖ und ÖAMTC ausrücken. Vor allem der Osten war stark
betroffen: In Wien und im Burgenland verfünffachten Startprobleme die
Einsätze der ARBÖ-Pannenfahrer. Zu 90 Prozent streikten die Batterien
der Autos.
- Das Rote Kreuz warnte vor der Kälte. „Passend anziehen und nicht zu
lange draußen sein!“, so Wolfgang Schreiber, Chefarzt beim Roten Kreuz.
„Ab einer Temperatur von minus fünf Grad besteht die Gefahr,
Kälteschäden an den Händen und im Gesicht zu erleiden.“
- Sogar die Vögel flüchteten in die wärmeren Großstädte. „Die Kälte macht
vor allem den kleinen Arten zu schaffen. In der Stadt ist es ein
bisschen wärmer, es gibt mehr Nahrung“, erklärt Ornithologe Gabor
Wichmann von Birdlife.
- Die Heizkosten schießen in die Höhe. Gestern wurden in Wien um 30
Prozent, in Niederösterreich um 25 Prozent mehr Gas- und
Fernwärmeverbrauch registriert.
„Jennifer“ bringt Schnee – dann nächster Frost
Erstes
Aufatmen gibt es bereits. Eine Störung brachte in der Nacht wieder mehr
Wolken und Temperaturen um den Gefrierpunkt. Doch schon am Beginn der
nächsten Woche stürzen die Temperaturen erneut in den Keller.