28. Jänner 2010 11:44
In weiten Teilen Österreichs haben Schneefall
und Sturm am Donnerstagvormittag für prekäre Bedingungen auf den Straßen
gesorgt. Teilweise erreichten Windböen bis zu 80 Stundenkilometern und
brachten erhebliche Schneeverfrachtungen mit sich. Auf den Bergen stieg
nicht zuletzt deshalb die Lawinengefahr an. Wetterbegünstigt war nur der
Süden des Landes. Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG)
erwartet in den kommenden Tagen weiter winterliche Verhältnisse.
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Verkehrsbehinderungen
In Wien kam es zum obligaten
Verkehrschaos. Bis 9.30 Uhr standen laut ÖAMTC in zahlreichen Teilen der
Bundeshauptstadt die Räder still, dann normalisierte sich das
Verkehrsaufkommen. Neuralgische Punkte waren laut ÖAMTC die Auffahrt auf die
Nordbrücke von der Prager Straße, die Südosttangente (A23) beim Knoten
Kaisermühlen sowie zwischen der Hansson-Kurve und dem Prater sowie die
Donauuferautobahn (A22) bei der Auffahrt auf die Nordbrücke. Am Alsergrund
sorgten die Arbeiten nach dem Wasserrohrbruch
in der Währinger Straße vom Mittwoch zusätzlich für Ärger. Die Währinger
Straße war nach wie vor stadteinwärts gesperrt, gegen Mittag war die Straße
laut ÖAMTC wieder frei befahrbar.
Schneeverwehungen in NÖ
Neuschnee gab es in allen Vierteln
Niederösterreichs. Spitzenreiter waren das Wein- und Waldviertel.
Lkw-Kettenpflicht gab es am Donnerstag auf 16 höher gelegenen Straßen. Der
herrschende Wind führte auf den Straßen abschnittsweise zu
Schneeverwehungen. Die Temperaturen bewegten sich laut dem
Landespressedienst zwischen minus elf und minus drei Grad Celsius. Dem
Lawinenwarndienst zufolge galt in den östlichen Bergen - Rax -
Schneeberggebiet - Lawinenwarnstufe zwei. Im Westen Niederösterreichs werde
im Lauf des Tages auf Stufe drei erhöht.
Mehrere Verletzte
Vier Verletzte forderte am Mittwochabend ein
Unfall mit Sommerreifen auf der schneeglatten Fahrbahn in Grünbach bei
Freistadt in Oberösterreich. Der Lenker war zu schnell und ohne Führerschein
unterwegs. Auf den meisten Straßen im Bundesland herrschten tief winterliche
Fahrverhältnisse und auf den Autobahnen "teils chaotische Zustände". Vor
allem auf der Westautobahn (A1) zwischen Sattledt und Haid ereigneten sich
laufend Blechschaden-Unfälle. Auch auf der Innkreis-Autobahn (A8) im Raum
Ried sowie zwischen Meggenhofen und Pichl kam es wegen hängengebliebener Lkw
und kleinerer Kollisionen zu umfangreichen Staus, ebenso auf der Welser
Autobahn (A25).
Tiefwinterliche Fahrverhältnisse gab es im Bundesland Salzburg vor allem im
Pongau und nördlich davon. Hängengebliebene und querstehende Lkw sorgten
immer wieder für Verkehrsbehinderungen. So gab es vor allem auf der
Westautobahn (A1) vor dem Walserberg große Verkehrsbehinderungen durch
querstehende Schwerkraftfahrzeuge.
In Tirol sorgten hängengebliebene Lkw auf der Eiberg Straße (B173) zwischen
Kufstein und Söll und auf der Mieminger Straße (B189) im Bereich der
Verbindung Nassereith und Holzleiten kurzzeitig für Behinderungen.
Auch Chaos im Westen
In Vorarlberg kam es zu einem Verkehrschaos.
Im ganzen Land blieben zahlreiche Fahrzeuge hängen oder standen quer, selbst
auf der Rheintalautobahn A14 gab es ein Fortkommen in nur bescheidenem
Tempo. Laut Rettungs- und Feuerwehrleitstelle Feldkirch (RFL) ereigneten
sich mehrere Unfälle mit Sachschaden. Die Autobahnauffahrt
Feldkirch-Frastanz (A14) wurde von hängengebliebenen Lkw blockiert. Auf der
Arlberg-Schnellstraße S16 bei Bings (Bezirk Bludenz) musste aufgrund eines
Schwerfahrzeugs, das nicht mehr weiterkam, eine Richtungsfahrbahn gesperrt
werden. Für Lkw bestand auf allen höher gelegenen Straßen
Schneekettenpflicht.