Wirbel am Semmering
Tor-Skandal, Betrug? Jetzt bricht Shiffrin ihr Schweigen
Der Sieg der US-Amerikanerin vor Camille Rast und Lara Colturi wird von einem Chaos-Bewerb mit einer rekordverdächtigen Ausfallquote überschattet.
Fast jede zweite Läuferin schied aus. Der Hauptgrund: Die Rennjury änderte die Kurssetzung für den zweiten Durchgang kurzfristig – zu einem Zeitpunkt, als nur noch Shiffrin und Dzenifera Germane bei der Streckenbesichtigung unterwegs waren. Beide erhielten dadurch rund eine Viertelstunde zusätzliche Zeit, um sich den neu gesteckten Kurs anzusehen. In der Folge machten sofort Betrugsvorwürfe und Diskussionen um die Fairness des Rennens die Runde.
Nun hat sich Shiffrin selbst zu Wort gemeldet – und schlägt ungewohnt kritische Töne an. „Das Rennen ist kein gutes Abbild unseres Sports“, schreibt sie auf Instagram. Die hohe Ausfallquote spreche für sich. „Das spiegelt weder die Schönheit des Skirennsports wider noch den Grund, warum so viele von uns diesen Sport lieben und so hart dafür arbeiten.“
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Einen persönlichen Vorteil weist die 29-Jährige entschieden zurück. Die Kursänderung sei aus Sicherheitsgründen notwendig gewesen, betont sie, hätte aber zu einem anderen Zeitpunkt erfolgen müssen. „Das hätte vor der offiziellen Besichtigung geklärt werden müssen – nicht während die Athletinnen bereits am Inspizieren waren.“ Genau dieser Ablauf habe Betrugsvorwürfe und massive Fragen zur Fairness ausgelöst.
Wilde Diskussionen
Shiffrin schildert zudem Gespräche im Zielraum: „Ich habe mit mehreren Athletinnen gesprochen, die frustriert waren, durcheinander waren und sogar Angst hatten, als sie am Start standen – weil sie wussten, was sie gleich erwartet.“ Sicherheit sei ein zentrales Thema gewesen.
Trotz ihres Sieges stellt die US-Amerikanerin klar, dass sie den Vorfall nicht einfach abhaken will. „Ich werde weiterhin meine Stimme erheben, wenn Sicherheit gefährdet ist“, kündigt Shiffrin an. Sie hoffe, dass die Diskussionen nach dem Semmering-Slalom zu konstruktiven Verbesserungen führen – damit sportliche Leistungen künftig wieder im Mittelpunkt stehen.
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