56 Tote nach Anschlag in Pakistan

Blutiger Terrorakt

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56 Tote nach Anschlag in Pakistan

Ein Selbstmordattentäter und eine vermutlich ferngezündete Autobombe haben im Nordwesten Pakistans mindestens 56 Menschen in den Tod gerissen. Durch die Anschläge auf einen belebten Markt in den Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan wurden am Freitag zudem mindestens 104 Menschen verletzt, wie die Behörden mitteilten. Unter den Trümmern eingestürzter Gebäude wurden noch weitere Opfer befürchtet.

Der Anschlag ereignete sich in der Stadt Yakaghund im Bezirk Mohmand, einem der sieben Distrikte der pakistanischen Stammesgebiete, die den radikalislamischen Taliban und Mitgliedern des Terrornetzwerkes Al-Kaida als Rückzugsregion dienen. "Wir gehen davon aus, dass es zwei Explosionen gab", sagte ein Vertreter der örtlichen Behörden, Rasool Khan, der Nachrichtenagentur AFP. Khan, der nach eigenen Angaben Ziel des Terroranschlags war, kam mit dem Schrecken davon. Die erste Explosion sei durch einen Selbstmordattentäter auf einem Motorrad ausgelöst worden. Außerdem sei das Wrack eines Autos entdeckt worden, das vermutlich mit einer Fernsteuerung zur Explosion gebracht worden sei.

Gefängnis beschädigt - Häftlinge fliehen
Augenzeugen berichteten, dass eine gewaltige Explosion ein Verwaltungsgebäude und mehrere Geschäfte erschütterte. Vor dem Verwaltungsgebäude sollten Rollstühle verteilt werden. Unter den Trümmern der eingestürzten Gebäude suchten Rettungskräfte nach weiteren Opfern des Anschlags. Die Opferzahl könne noch weiter steigen, weil die 104 Verwundeten teilweise schwere Verletzungen erlitten hätten, sagte Khan.

Bei dem Anschlag wurde auch das örtliche Gefängnis beschädigt. 28 Häftlinge konnten nach dem Einsturz einer der Gefängnismauern entkommen, wie die Polizei mitteilte. Bei den Flüchtigen handle es sich jedoch ausschließlich um Kleinkriminelle, betonte Khan. Aus Geheimdienstkreisen in der Region verlautete dagegen, auch Kämpfer der radikal-islamischen Taliban hätten entkommen können.

Hochburg der Taliban
Zu dem folgenschwersten Anschlag in Pakistan seit in der Millionenstadt Lahore Ende Mai bei Anschlägen auf zwei Moscheen rund 80 Menschen starben, bekannte sich zunächst niemand. Seit rund drei Jahren wird das Land von einer Welle blutiger Anschläge erschüttert, hinter denen meist Mitglieder der pakistanischen Taliban, Al-Kaida oder anderer radikalislamischer Gruppierungen vermutet werden. Mehr als 3.500 Menschen wurden dabei getötet.

Das Stammesgebiet Mohmand gilt als eine Hochburg der Taliban und als Rückzugsraum für Angehörige der Al-Kaida. In Mohmand und anderen Teilen der Gebirgsregion gehen pakistanische Sicherheitskräfte seit Monaten verstärkt gegen die Extremisten vor, die im Gegenzug immer wieder Anschläge im Land verüben.

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