Drittes Mainzer Baby ringt mit dem Tod Drittes Mainzer Baby ringt mit dem Tod

Bakterieninfusion

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Drittes Mainzer Baby ringt mit dem Tod

Nach dem Tod von zwei Säuglingen in der Mainzer Universitätsklinik ist die Verschmutzung von Infusionen mit Bakterien noch nicht als Todesursache festgestellt worden. Derzeit sei mit der Obduktion lediglich bestätigt, dass bei den Babys schwerste Vorerkrankungen bestanden hätten, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Klaus-Peter Mieth am Montag bei einer Pressekonferenz in Mainz. Bei einem der Kinder sei der Keim aber zumindest nachgewiesen worden.

Weiterer Säugling könnte sterben
Endgültige Ergebnisse sollen spätestens in den nächsten Tagen vorliegen. Erst dann sei klar, wo möglicherweise Fehler begangen wurden, so Mieth. "Wir ermitteln im Moment gegen unbekannt." Die Untersuchung wurde von der Staatsanwaltschaft Mainz an die Gerichtsmedizin in Frankfurt am Main übergeben, da die Mainzer Gerichtsmedizin zur Uniklinik gehört.

Der Medizinische Leiter der Klinik, Norbert Pfeiffer, äußerte die Befürchtung, dass noch ein weiterer Säugling sterben werde. Das frühgeborene Baby sei in einem sehr kritischen Zustand. Für die anderen acht Infizierten - sieben Säuglinge und ein älteres Kind - bestehe dagegen Hoffnung auf Genesung. Ihr Zustand habe sich deutlich gebessert. Allerdings seien alle der insgesamt elf mit der verunreinigten Lösung behandelten Kinder aufgrund von Vorerkrankungen auf der Intensivstation gelegen, so dass es keine ganz gesicherte Prognose geben könne, schränkte Pfeiffer ein.

Verschmutzte Schläuche als Ursache?
In einer mikrobiologischen Untersuchung wird der Staatsanwaltschaft zufolge nun zunächst untersucht, ob sich Keime in den angelieferten Präparaten befanden. Die Uniklinik geht laut Mieth aber selbst davon aus, dass es in ihrem Bereich zu einer Verunreinigung gekommen ist. Bei den Infusionen handelte es sich um Nährlösungen, die aus verschiedenen Komponenten externer Hersteller in der Apotheke der Universitätsmedizin Mainz für jeden Patienten individuell hergestellt wurden.

Ort der Kontamination könnten Schläuche in der Klinik gewesen sein. Diese befänden sich in einem speziellen Reinraum an der Uniklinik Mainz, in dem die verschmutzten Lösungen für die Säuglinge hergestellt wurden. Das Zimmer sei von der Klinik geschlossen worden. Spezielle Schläuche aus der Apparatur wurden sichergestellt, betonte Mieth. Die Schläuche seien die einzige Stelle in der Apparatur, an der Mitarbeiter eingriffen und so Bakterien eintragen könnten. Es sei als wahrscheinlich anzusehen, dass die Verunreinigung im Bereich der Universität passiert ist - und nicht bei den Herstellern der einzelnen Komponenten.

Personal ausgetauscht
Die Uniklinik hat jedenfalls Vorkehrungen getroffen, um die Wiederholung eines derartigen Vorfalls auszuschließen und ihre Prozesse komplett umgestellt. Die Grundsubstanzen für Infusionen würden von anderen Firmen bezogen, auch seien die eingesetzten Geräte und das damit befasste Personal ausgetauscht worden, hieß es am Montag.

Insgesamt elf Kinder hatten die Infusionen bekommen. Zwei Säuglinge starben am Samstag, der Rest befand sich am Montag weiter in Behandlung.

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