Arabische Mafia gab den Auftrag Arabische Mafia gab den Auftrag

Poker-Räuber

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Arabische Mafia gab den Auftrag

Es war der Coup des Jahres – eine vierköpfige Räuber-Bande stürmte vor zwei Wochen das hoch dotierte Pokerturnier im Berliner Grand Hyatt Hotel. Mit Macheten und Pistolen bewaffnet, erbeuteten die Gangster 242.000 Euro. Knapp nur entgingen Top-Promis der Tat: Boris Becker pokerte ebenso mit wie TV-Moderatorin und Autorin Charlotte Roche.

Im Saal brach Panik aus, Spieler verkrochen sich unter den Tischen. Mutige Securitys konnten einen der Täter stoppen. Sie warfen ihn zu Boden, hielten ihn mit einer Eisenstange fest. Doch schließlich schafften alle vier die Flucht. Bis Samstag. Denn da wurde der letzte der Bande in seine U-Haft-Zelle gesperrt. Jihad Khaled C. versteckte sich nach der Tat zunächst im Libanon. Am Wochenende packte ihn offenbar die Reue, er stieg in den Flug 6003 von Fly Germania zurück nach Berlin – freiwillig. Er trank am Flughafen noch eine Dose Red Bull, rauchte eine Zigarette und stellte sich der Polizei. Die anderen Brutalo-Räuber wurden bereits im Laufe der Woche gefasst.

Verfeindeter Familien-Clan verpfiff die wahren Täter
Doch das Rätsel ist noch lange nicht gelöst. Bisher wurde noch kein Cent der Beute gefunden. Die Polizei befragt die Täter Tag und Nacht, doch die Ergebnisse sind gleich null. Die vier skrupellosen Kriminellen schweigen beharrlich. Ebenso ungeklärt bleibt die Frage, ob die Bande auf eigene Rechnung arbeitete. Die Polizei vermutet laut Berliner Morgenpost, dass gleich zwei arabische Großfamilien involviert waren. Diese Theorie kam auf, nachdem die Sicherheitsvideos aus dem Hotel ausgewertet wurden. Mitglieder des Familien-Clans besuchten kurz vor der Tat die Poker-Location.

Sie sollen jedem der Täter 40.000 Euro Gage bezahlt haben. Den Rest der Beute (80.000 Euro) soll sich die Familie behalten haben. Um die Polizei abzulenken, gab diese Familie der Polizei einen anonymen Hinweis: Ein Mitglied einer verfeindeten Familie wurde als Täter ins Spiel gebracht.

Muhammed B. wurde daraufhin auch festgenommen. Dann allerdings kam die Retourkutsche: Seine erboste Familie soll die wahren Täter verpfiffen haben. Die Clans sind in Berlin bekannt: Sie kämpfen um die Vorherrschaft im Rotlicht- und Drogenmilieu. Eine neue Theorie gibt es bezüglich der Brutalität der Gangster – sie sollen Drogen eingenommen haben. Das starke Schmerzmittel Tilidin verdrängt Hemmungen und Ängste. Vor allem unter Kleinkriminellen ist diese Droge derzeit in Mode.

Drahtzieher festgenommen
Der mutmaßliche Drahtzieher des Poker-Coups ist verhaftet. Wie die Polizei am Montag mitteilte, handelt es sich um einen 28-jährigen Libanesen, der als Organisator gilt und den Fluchtwagen der Täter gefahren haben soll.

Zielfahnder hätten den Libanesen am späten Sonntagabend festgenommen, teilte die Polizei mit. Die "Berliner Morgenpost" hatte bereits zuvor berichtet, dass es sich um den Onkel eines der mutmaßlichen Pokerräuber handle. Der Verbleib der Beute von 242.000 Euro blieb indes weiter unklar.

Saalbach: 10 Securitys für 500 Kartenspieler

Ein derart brutaler Überfall wie jener vor zwei Wochen in Berlin soll nie wieder vorkommen. Kein Wunder also, dass auch in Österreich die Sicherheitsvorkehrungen für ein Pokerturnier der Superlative drastisch erhöht wurden. Am Sonntag startete in Saalbach das EPT Snowfest, ein Turnier mit mehr als 500 Spielern aus aller Welt. Auch Tennis-Legende Boris Becker wird mit am Tisch sitzen. Ausgespielt werden insgesamt zwei Millionen Euro.

Wie in Berlin, findet das Mega-Event nicht in einem Kasino, sondern in einem Hotel, dem Alpine Palace in Hinterglemm, statt. Trotzdem versprechen die Veranstalter ein absolut sicheres Turnier: Insgesamt zehn bewaffnete Securitys wurden engagiert, zusätzliche Kameras installiert. Auch einige Hotel-Aufzüge bleiben während des Turniers außer Betrieb. Und: Auch an Fluchtwegen würde es potenziellen Räubern mangeln. Schließlich führt nur eine Straße aus dem Tal ins Hotel.

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