Berlusconi stellt Vertrauensfrage im Senat

Oppositions-Protest

Berlusconi stellt Vertrauensfrage im Senat

Die Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat am Dienstag dem Senat die Vertrauensfrage über einen Gesetzesentwurf zur "gerechtfertigten Abwesenheit" in Prozessen gestellt. Dieses neue Gesetz, das bereits im Februar von der Abgeordnetenkammer abgesegnet worden war, soll es Berlusconi und seinen Ministern erlauben, auch ohne die Zustimmung des jeweiligen Richters nicht im Gerichtssaal erscheinen zu müssen.

Brücke zu neuem Immunitätsgesetz
Das Gesetz soll als eine Art Überbrückung für insgesamt 18 Monate gültig sein, bis das Parlament ein umfassendes neues Immunitätsgesetz ausgearbeitet hat. Die Opposition will im Senat mit scharfer Obstruktion die Verabschiedung des Entwurfs stoppen. Über 1.200 Abänderungsanträge wurden eingereicht, um die Diskussion zu bremsen und die Verabschiedung des Gesetzes zu verzögern. Daher beschloss die Regierung, die Vertrauensfrage zu stellen. Die Vertrauensabstimmung soll noch diese Woche stattfinden.

Heftiger Protest
Die Senatoren der Opposition reagierten mit Rufen und heftigem Protest auf den Regierungsbeschluss, die Vertrauensfrage zu stellen. "Schande, Schande!", riefen einige Senatoren der oppositionellen PD (Demokratische Partei). Senatspräsident Renato Schifani musste die Sitzung abbrechen.

30 Mal hat sich die Regierung Berlusconi seit Beginn der Legislaturperiode im Mai 2008 einer Vertrauensabstimmung unterzogen, um die Abänderungsanträge der Opposition zu umgehen und Gesetze im Parlament zügig durchzubringen.

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