11. Februar 2010 22:53
Bill Clinton hat eine Operation am Herzen gut überstanden. Der frühere
US-amerikanische Präsident sei wohlauf, nachdem ihm zwei Stents in eine
Herzarterie gesetzt worden waren, erklärte sein Sprecher Douglas Band. Dem
Arzt des New Yorker Krankenhauses zufolge ist nach den beiden Gefäßstützen
die Prognose für Clinton "exzellent". Es gebe keinen Hinweis
auf einen Herzinfarkt oder eine Schädigung des Herzens. Clinton sei "in
guter Stimmung", sagte sein Sprecher. Der Ex-Präsident sei
zuversichtlich, bald wieder die Arbeit für seine Stiftung aufnehmen zu
können.
Am Montag im Büro
Die überraschende Herzoperation verlief "völlig
reibungslos", sagte der Arzt Alan Schwartz. Der 63-Jährige könnte "schon
am Montag wieder im Büro sein". Clinton hatte mehrfach Probleme
mit dem Herzen. Die Blockade sei keine Folge falscher Ernährung. Clinton
hatte 2004 einen Herzanfall erlitten, damals mussten ihm ein Stent
eingesetzt und vier Bypässe gelegt werden.
Altes Problem
Nach Problemen mit der Gefäßstütze, ein Röhrchen
aus Gittergeflecht in der Ader, war er im März 2005 noch einmal behandelt
worden. Diesmal habe der Ex-Präsident erneut über Unwohlsein und Schmerzen
in der Brust geklagt und habe deshalb seinen Kardiologen aufgesucht.
Gourmand mit Herzeleid
2004 wurde die Erkrankung mit Clintons
Ernährungsgewohnheiten in Zusammenhang gesehen - Der Ex-Präsident galt als
Vielesser. Zwei seiner Lieblingsrestaurants während seiner Gouverneurszeit
in Arkansas waren für ihre Riesenportionen bekannt: Radkappengroße Hamburger
und faustdicke Steaks.
Stents sind kleine Gefäßprothesen, mit denen der Verschluss von Herzarterien
verhindert werden soll. Das Einsetzen von Stents - Angioplastie - ist eine
weltweit verbreitete Praxis. Allein in den USA werden jährlich eine halbe
Million Stents bei Herzpatienten gesetzt.
Clinton gilt neben Jimmy Carter als einer der aktivsten Ex-Präsidenten. Als
Sonderbeauftragter von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon für Haiti pendelt er
seit vier Wochen zwischen dem von einem verheerenden Erdbeben heimgesuchten
Land und New York und wirbt zudem weltweit um Spenden. Zudem war er auf dem
Weltwirtschaftsforum in Davos. Nach Angaben von Freunden hatte er zuletzt
unter einer Erkältung gelitten. Präsident Barack Obama wünschte Clinton eine
schnelle Genesung. Haiti brauche einen gesunden Clinton. Obamas Vorgänger
und Clintons Nachfolger George W. Bush sprach mit Clintons Tochter Chelsea.
Er sende ihm seine Gebete für eine schnelle Genesung.
Clintons früherer Berater David Gergen sagte, der Politiker habe sich als
Präsident und auch als Ex-Präsident nie geschont. "Er ist
eigentlich fit, aber er verlangt auch viel von sich. Allein in den
vergangenen Wochen: Haiti, Schweiz, Haiti - das geht an die Substanz",
sagte Gergen. Clinton habe erschöpft gewirkt. Freunden zufolge schläft der
Politiker wenig und arbeitet viel. Zudem stehe er stets in der
Öffentlichkeit, auch neun Jahre nach seinem Abschied aus dem Weißen Haus. "Er
führt immer noch das Leben, das er in seinen Dreißigern geführt hat."
Gergen ergänzte: "Eigentlich braucht man für sein Programm zwei
Bill Clintons."
US-Außenministerin Hillary Clinton verschob wegen des Gesundheitszustands
ihres Mannes eine Reise in die Golfregion. Ein Außenamtssprecher teilte mit,
Clinton werde wie geplant nach Katar und Saudi-Arabien reisen, werde aber am
Samstag statt am Freitag abfliegen. "Somit muss sie nicht von New York
nach Washington zurückeilen", sagte der Sprecher.