Blut vor Premier-Residenz verschüttet

Proteste in Thailand

Blut vor Premier-Residenz verschüttet

In der thailändischen Hauptstadt Bangkok hat die Opposition am Mittwoch ihre Proteste gegen die Regierung fortgesetzt. Tausende Anhänger des gestürzten Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra zogen bei strömendem Regen vor die Privatresidenz des jetzigen Ministerpräsidenten Abhisit Vejjajiva. Dort schütteten sie Flaschen mit Blut aus, das sie unter ihren Mit-Demonstranten gesammelt hatten.

Proteste vor US-Botschaft
"Wir haben Abhisits Haus mit dem Blut des einfachen Volks gewaschen, um unseren Wunsch auszudrücken", sagte einer ihrer Anführer. Mit dem symbolischen Blutvergießen wollten die Oppositionellen ihrer Forderung nach einem Rücktritt Abhisits und Neuwahlen Nachdruck verleihen. Am Dienstag hatten sie bereits vor Abhisits Amtssitz Kanister voller Blut ausgekippt. Der Ministerpräsident hat seine schwer bewachte Residenz am Freitag verlassen und hält sich seitdem auf einer Militärbasis in Bangkok auf.

Vor der US-Botschaft versammelten sich ebenfalls Tausende oppositionelle "Rot-Hemden". Sie verlangten Klarheit über Aussagen des stellvertretenden Ministerpräsidenten. Dieser hatte erklärt, die Regierung habe vom US-Geheimdienst Informationen über mögliche Sabotageakte im Zuge der Demonstrationen erhalten.

Organisatoren kämpferisch
Unter den Oppositionellen macht sich nach tagelangen Protesten allerdings zunehmend Müdigkeit breit. Von den bis zu 150.000 Demonstranten, die sich noch am Sonntag in der Hauptstadt versammelt hatten, kehrten zahlreiche in die Provinz zurück. Unterschiedlichen Polizeiangaben zufolge hielten sich am Mittwoch noch zwischen 10.000 und 40.000 in Bangkok auf - im Vergleich zu früheren Kundgebungen allerdings noch immer eine hohe Zahl.

Die Organisatoren der Proteste gaben sich jedoch weiter kämpferisch. "Wir sind einem Sieg nahe", sagte einer der Anführer der Thaksin-Anhänger, Jatuporn Prompan. Er rief die Menge zur Geduld auf, um einen "nachhaltigen Sieg" zu erringen.

Der 2006 bei einem unblutigen Militärputsch gestürzte Ministerpräsident Thaksin Shinawatra, war nach der Rückkehr aus dem Exil im August 2008 ins Ausland geflüchtet, um einer Haftstrafe wegen Korruption und Amtsmissbrauchs zu entgehen. Bei vielen Menschen aus dem ärmlichen Norden und Nordosten Thailands ist Thaksin aber weiter sehr beliebt. Die Forderungen nach vorgezogenen Neuwahlen der Thaksin-Anhänger wies die Regierung in Bangkok mehrfach zurück. Die Opposition stützt sich auf die königstreue, intellektuelle, städtische Elite Thailands.

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