17. März 2010 09:34
In der thailändischen Hauptstadt Bangkok hat die Opposition am Mittwoch ihre
Proteste gegen die Regierung fortgesetzt. Tausende Anhänger des gestürzten
Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra zogen bei strömendem Regen vor die
Privatresidenz des jetzigen Ministerpräsidenten Abhisit Vejjajiva. Dort
schütteten sie Flaschen mit Blut aus, das sie unter ihren Mit-Demonstranten
gesammelt hatten.
Proteste vor US-Botschaft
"Wir haben Abhisits Haus mit dem
Blut des einfachen Volks gewaschen, um unseren Wunsch auszudrücken",
sagte einer ihrer Anführer. Mit dem symbolischen Blutvergießen wollten die
Oppositionellen ihrer Forderung nach einem Rücktritt Abhisits und Neuwahlen
Nachdruck verleihen. Am Dienstag hatten sie bereits vor Abhisits Amtssitz
Kanister voller Blut ausgekippt. Der Ministerpräsident hat seine schwer
bewachte Residenz am Freitag verlassen und hält sich seitdem auf einer
Militärbasis in Bangkok auf.
Vor der US-Botschaft versammelten sich ebenfalls Tausende oppositionelle "Rot-Hemden".
Sie verlangten Klarheit über Aussagen des stellvertretenden
Ministerpräsidenten. Dieser hatte erklärt, die Regierung habe vom
US-Geheimdienst Informationen über mögliche Sabotageakte im Zuge der
Demonstrationen erhalten.
Organisatoren kämpferisch
Unter den Oppositionellen macht
sich nach tagelangen Protesten allerdings zunehmend Müdigkeit breit. Von den
bis zu 150.000 Demonstranten, die sich noch am Sonntag in der Hauptstadt
versammelt hatten, kehrten zahlreiche in die Provinz zurück.
Unterschiedlichen Polizeiangaben zufolge hielten sich am Mittwoch noch
zwischen 10.000 und 40.000 in Bangkok auf - im Vergleich zu früheren
Kundgebungen allerdings noch immer eine hohe Zahl.
Die Organisatoren der Proteste gaben sich jedoch weiter kämpferisch. "Wir
sind einem Sieg nahe", sagte einer der Anführer der Thaksin-Anhänger,
Jatuporn Prompan. Er rief die Menge zur Geduld auf, um einen "nachhaltigen
Sieg" zu erringen.
Der 2006 bei einem unblutigen Militärputsch gestürzte Ministerpräsident
Thaksin Shinawatra, war nach der Rückkehr aus dem Exil im August 2008 ins
Ausland geflüchtet, um einer Haftstrafe wegen Korruption und Amtsmissbrauchs
zu entgehen. Bei vielen Menschen aus dem ärmlichen Norden und Nordosten
Thailands ist Thaksin aber weiter sehr beliebt. Die Forderungen nach
vorgezogenen Neuwahlen der Thaksin-Anhänger wies die Regierung in Bangkok
mehrfach zurück. Die Opposition stützt sich auf die königstreue,
intellektuelle, städtische Elite Thailands.