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EHEC: Todes-Keim breitet sich aus

500 Fälle in Deutschland

EHEC: Todes-Keim breitet sich aus

Wer stoppt endlich dieses Bakterium? Am Mittwoch hat sich der Keim EHEC in Deutschland weiter rasant ausgebreitet. Laut Behörden sind fast 500 Menschen mit der gefährlichen Erkrankung infiziert, die blutigen Durchfall, Fieber, Bauchschmerzen und Übelkeit hervorruft. Seit Donnerstag ist bekannt, dass jede 24-jährige Bremerin, die in der Nacht auf Dienstag in einer Bremer Klinik gestorben ist, ebenfalls ein Opfer des EHEC-Virus wurde.

Die wichtigsten Fragen zu EHEC

Steckt Keim im Fertigsalat?
Hunderte Patienten hängen seit Tagen in Spitälern an Dialysegeräten und Infusionen. Bei 140 Personen hat der Keim lebensbedrohliche Form angenommen, zwei Frauen (83 und 26 Jahre alt) sind sogar verstorben. Schlimm: Es gibt keine Impfung, und gegen zahlreiche EHEC-Erreger helfen keine Antibiotika.

Die Behörden sind derzeit noch machtlos. „Wir kennen die Quelle nicht. Wir wissen nur, dass es sich um den EHEC-Stamm O104 handelt“, so die Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner. Eine mögliche Quelle könnte Fertigsalat sein: „Es sieht so aus, dass vorgefertigte Salate eine Rolle spielen“, vermutet Expertin Susanne Huggett.

Fünf Fälle in Österreich
Pamela Rendi-Wagner, Generaldirektorin für Öffentliche Gesundheit, gibt für ­Österreich vorerst Entwarnung: „Es besteht derzeit keine akute Gefahr. Es gibt auch keine Hinweise, dass Fertigsalate bei uns Keime enthalten.“ Seit Jahresbeginn gab es in Österreich fünf EHEC-Fälle, eine Frau in der Steiermark ist verstorben. Panik sei jedoch nicht angebracht: „Der zeitliche Verlauf der Erkrankungen steht in keinem Zusammenhang zu Deutschland“, sagt Rendi-Wagner zu ÖSTERREICH. „Die Österreicher müssen sich keine Sorgen machen, wenn die Hygiene eingehalten wird. Eine Einschleppung des Keims ist aber nicht auszuschließen.“ (prj)

EHEC-Keim: So schützen Sie sich
Noch ist Österreich nicht von der EHEC-Welle betroffen, trotzdem sind einige Maßnahmen sinnvoll: „Der Keim kann über rohes ungewaschenes Gemüse oder Obst, über Rohmilch, aber auch über Rohwürste und Speisen wie Carpaccio oder Beef Tartar und über Keime auf den Händen übertragen werden“, sagt Dr. Pamela Rendi-Wagner vom Gesundheitsministerium. Besonders wichtig sei deshalb die Hygiene in der Küche und im Kühlschrank. „Rohes Gemüse, Obst und Salat sollten sehr gut gewaschen und rohes Fleisch gut angebraten werden“, sagt Rendi-Wagner. Ebenso wichtig ist die eigene Hygiene: „Das Wichtigste ist das Händewaschen. Personen, die mit Infizierten Kontakt haben, aber auch Kinder in Streichelzoos sollten sich regelmäßig und umfangreich die Hände waschen.“ Auf rohe Milch sollte man ganz verzichten. „Pasteurisierte Milch ist unbedenklich.“

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