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Letzte Galgenfrist

"Feuer frei" auf Kuh Yvonne

Das Katz- und-Maus-Spiel im Forst könnte sich bald zum bayrischen Heimatdrama entwickeln. Nächste Woche endet die Gnadenfrist der Behörden, dann sollen Jäger ausschwärmen und Yvonne erlegen. Die Behörden halten das inzwischen zur Promi-Kuh mutierte Fleckvieh ja für eine beträchtliche Gefahr für den Straßenverkehr.

Pfeil
„Yvonne darf nicht sterben“, skandieren indes Tierschützer und Fans der Kuh, die ein Reh sein will. Und deshalb trat nun im Auftrag von Gut Aiderbichl Wildtierexperte Heino Krannich samt Spezialbüchse auf den Plan. Der Deutsche ist Experte für schonende Betäubungen per Narkosepfeil – und lauert jetzt rund um die Uhr am Waldrand auf die sensible Ausreißerin.

Schlau
Doch Yvonne kennt inzwischen alle Tricks: „Sie täuscht ihre Verfolger, indem sie den selben Weg zurückgeht, den sie auf eine Wiese gekommen ist. Und tagsüber kommt sie gar nicht mehr ins offene Gelände“, bewundert Krannich die Fähigkeiten des in Kärnten geborenen Rindes. Der Mann, der schon Tiger, Löwen und Elefanten betäubt hat, steht vor einer schwierigen Aufgabe: „Immer wenn sie irgendwo gesichtet wurde, kommen wir zu spät. Und der ganze Trubel verschreckt das Tier.“

Telepathie
Zuletzt wurde Yvonne am Donnerstag gesehen. „Tierkommunikatorin“ Franziska Matti will mit der Kuh telepathisch in Verbindung stehen: „Sie verstehe zwar inzwischen grundsätzlich, das man ihr nichts anhaben will, sie hat aber immer noch Angst.“ Das sollte sie auch, denn vor den Jägern kann sie jetzt vermutlich nur noch der Mann mit dem Narkosegewehr schützen.

"Yvonne ist viel sensibler als jedes Reh im Wald"

ÖSTERREICH: Wie sehen Sie Ihre Chancen, Yvonne zu erwischen?
Heino Krannich: Leicht wird es nicht, aber ich stehe rund um die Uhr Narkosegewehr bei Fuß.
ÖSTERREICH: Ist es wirklich so schwer, ein Rind zu finden?
Krannich: Kühe werden nicht schlau geboren. Sie lernen aber schnell dazu, auch wie man Verfolger täuscht. Sie ist sensibler, als jedes Reh im Wald.
ÖSTERREICH: Wird sie nicht 
irgendwann der Hunger aus dem dichten Forst treiben?
Krannich: Nein, derzeit wächst ihr die Nahrung im Wald sozusagen direkt in den Mund. Yvonne ist extrem scheu und hat sicher Angst vor dem ganzen Trubel hier. Schlagende Autotüren, lärmende Menschen, das schreckt sie einfach ab. Dabei will die Kuh nur ihre Ruhe. Ich kenne Rinder, die sich ein ganzes Jahr im Wald versteckt hatten.

Autor: mah
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