Gefangen in 700 Metern Tiefe Gefangen in 700 Metern Tiefe

Das Chile-Drama

© Reuters

 

Gefangen in 700 Metern Tiefe

In den Gängen ist es pechschwarz, die Luft ist modrig und abgestanden. In einem Schutzraum (zehn mal vier Meter groß) sitzen die 33 eingeschlossenen Kumpel fast den ganzen Tag, sprechen sich Mut zu, beten, spielen mit Domino-Steinen. Zur Ablenkung. Um nicht wahnsinnig zu werden. Manche der Bergleute sind in einen Stollen nebenan gegangen, sie vertreten sich die Beine: Das Tunnelsystem streckt sich über zwei Kilometer, an manchen Stellen ist es so breit, dass Pritschenwagen fahren können. Jetzt stehen die Fahrzeuge still. Sie würden das kostbarste Gut der Eingeschlossenen verpesten: Frischluft.

Toiletten oder ein Bad gibt es in der Tiefe nicht. Die Männer verrichten ihre Notdurft in einem der Stollen in einiger Entfernung vom Schutzraum.

Schon seit 24 Tagen sind die Kumpel jetzt hier, in 700 Metern Tiefe. Am Donnerstag haben sie erfahren: Womöglich bis Weihnachten. Eine Videobotschaft zeigte die 33 Eingeschlossenen am Freitag bei guter Gesundheit, aber um bis zu zehn Kilo abgemagert. In einem Regal im Schutzraum gibt es noch Essensvorräte, auch ein Fass mit 65 Litern Wasser steht hier. Das wird nicht reichen. Über ein 15 cm breites Bohrloch wird jetzt Nahrung nach unten gebracht. Meter für Meter. Damit die Männer durchhalten. Und irgendwann gesund das Tageslicht wiedersehen.

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