In den Tod gefallen und zertrampelt In den Tod gefallen und zertrampelt

Love Parade

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In den Tod gefallen und zertrampelt

Nach der Tragödie von Duisburg werden immer mehr Details zur Katastrophe bekannt. Ordner erzählen nun: „Wir duften die Tore nicht öffnen!“

Zerquetscht, erstickt, totgetreten: Auf so grausame Weise starben auf der Love Parade am Samstag in Duisburg 19 Menschen. 340 weitere wurden zum Teil schwer verletzt, zehn mussten reanimiert werden.

Inzwischen ermittelt die Duisburger Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung, die Veranstalter mussten den Ermittlern alle Unterlagen zur Love Parade übergeben. Immer klarer wird unterdessen: Gleich eine Reihe von Versäumnissen führte zu der schrecklichen Katastrophe. Die Chronologie:

  • Schon seit 12.12 Uhr drängen Samstag früh die Raver auf das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs. Um 14 Uhr fällt der offizielle Startschuss zur größten Techno-Party der Welt. Und: Der Andrang wird immer größer. Das Problem allerdings: Einziger Zu- und Abgang ist ein 100 Meter langer und nur 16 Meter breiter Tunnel, und hier wird es von Minute zu Minute enger.
  • In diesem Nadelöhr eskaliert gegen 17 Uhr die Lage völlig. Von zwei Seiten drängen die Partygäste auf das Gelände, es wird gedrängt, geschubst, viele bekommen in der Enge keine Luft mehr. Doch auch jetzt reagieren die Sicherheitskräfte nicht. „Wir hätten die Tore aufmachen müssen, doch wir durften nicht. Später lagen dann teilweise sechs bis sieben Menschen übereinander“, so ein Ordner.
  • Einige Besucher versuchen in Todesangst, vor dem Tunnel über eine abgesperrte Treppe zu entkommen, andere über ein Lautsprechergerüst. Doch: Etliche Kletterer können sich nicht halten, stürzen ab und fallen in die Menschenmenge. Jetzt ist alles zu spät, um 17.15 Uhr bricht die Massenpanik aus.
  • Kaum jemand hat jetzt mehr eine Chance. Einige Raver fallen in der Enge einfach um, andere können nur mehr über sie drüber trampeln, wieder andere werden an der Metalltreppe zerdrückt. Menschen versuchen, die Zäune zu den Gleisanlagen und zur Autobahn A59 niederzureißen, die Polizisten bekommen die Lage nicht in den Griff. 19 Menschen aus Deutschland, den Niederlanden, Australien, Italien, Spanien, Bosnien und China sterben bei der Massenpanik. Sie alle sind zwischen 20 und 40 Jahre alt und wollten in Duisburg eigentlich die Party ihres Lebens feiern.

Besonders brisant: Schon Monate vor der Love Parade haben Experten vor einem enormen Sicherheitsrisiko gewarnt. Den Opfern wird dies nun nicht mehr helfen...

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