16. Februar 2010 11:27
Mit heißen Rhythmen und aufwendigen Kostümen sind am Dienstag früh die
traditionellen Karnevalsumzüge der Sambaschulen von Rio de Janeiro zu Ende
gegangen. Die Sambaschule Mocidade Independente hatte für die Parade vor
Sonnenaufgang das Thema "Paradiese" gewählt, womit nicht nur das Paradies in
der Bibel oder persönliche Wunschvorstellungen, sondern auch Steuerparadiese
gemeint waren.
Baby in Plastikkugel
Die Musiker und Tänzer von Portela, der mit
21 Titeln bisher erfolgreichsten Sambaschule Rios, zeigten mit ihren
Kostümen den Wandel der Mode. Für Aufregung sorgte jedoch ein Schauspiel auf
einem ihrer Wägen. Eine Frau hatte sich eine durchsichtige Plastikkugel mit
einem falschen Fötus auf den Bauch geschnallt.
Während der Wagen durch die Straßen fuhr, simulierte sie eine Geburt. Eine
andere Gruppe stellte die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien 2014 in den
Mittelpunkt - ein tanzender Fußballspieler und eine Samba-Königin mit
Fußball-BH inklusive.
Wirbel um Siebenjährige
Am Dienstag zeigten insgesamt sechs
Sambaschulen ihr Können, zuvor waren bereits sechs andere Gruppen durch das
Sambodrom gezogen. Alle werden in zehn Kategorien, darunter Kostüme,
Themen-Originalität und Rhythmus, bewertet. Die beste Sambaschule soll am
Mittwoch bekanntgegeben werden. Zu dem Karnevalsspektakel kamen auch
Prominente wie Madonna, US-Hotelerbin Paris Hilton und der
Hollywood-Schauspieler Hugh Jackman.
Für Wirbel hatte vor allem der Auftritt eines siebenjährigen
Mädchens als Anführerin der Sambagruppe Viradouro gesorgt.
Kinderschützer hatten wegen der erotischen Aufmachung von Sambatänzerinnen
dagegen protestiert, die Justiz billigte aber den Auftritt von Julia Lira.
Am ersten Tag des Umzuges wurde sie allerdings so stark von Fotografen und
Kameraleuten bedrängt, dass sie in Tränen ausbrach. Später tanzte sie jedoch
weiter.