25. Mai 2010 07:47
Unwetter mit Tornados haben am Pfingstmontag in Brandenburg und Sachsen
schwere Schäden angerichtet und ein Mädchen das Leben gekostet. In mehreren
Orten wurden Häuser durch die Wirbelstürme beschädigt. Im sächsischen
Großenhain verletzte sich ein sechsjähriges Mädchen schwer und starb Stunden
später an den Folgen im Krankenhaus - es hatte in einem Auto gesessen, auf
das ein entwurzelter Baum fiel.
80 Prozent der Häuser verlieren Dach
In nördlich von Dresden
gelegenen Großenhain und der Umgebung wütete ein Tornado und riss bei einer
Reihe von Häusern die Dachpfannen herunter. In der Ortschaft
Walda-Kleinthiemig verloren gar 80 Prozent der Häuser ihre Dächer, wie die
Polizei berichtete. Umgestürzte Bäume versperrten Anfahrtswege. Der Meißener
Landrat Arndt Steinbach richtete einen Katastrophenstab ein.
Auch der Zugverkehr kam in der Region teilweise zum Erliegen. Die Fernzüge
zwischen Dresden und Berlin wurden umgeleitet. Laut Bahn ist auch noch
Dienstag früh mit Einschränkungen zu rechnen. Umgestürzte Bäume, Äste und
Schlamm behinderten auch den Straßenverkehr auf den sächsischen Autobahnen
A13 und A4.
Wirbelsturm rast durch Stadt
Eine von der Nordsee heranziehende,
labil geschichtete Luftmasse sei auf wärmere Luft getroffen. Diese
Wetterentwicklung habe sich in teilweise schweren Gewittern entladen,
erklärte der Potsdamer Meteorologe des DWD, Gerd Saalfrank, das Unwetter in
Brandenburg. Stellenweise gingen dort 30 bis 40 Liter Regen pro Quadratmeter
nieder, berichtete der Wetterfachmann.
In Brandenburg raste ein Wirbelsturm durch die knapp 4.500 Einwohner
zählende Stadt Mühlberg und deckte die Dächer von schätzungsweise 20 Häusern
ab, wie die Polizei berichtete. Außerdem sollen mehrere Bäume auf Autos und
Häuser gestürzt sein.