Naht das Ende Belgiens?

Staat zerfällt

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Naht das Ende Belgiens?

Belgien steckt inmitten schwieriger Zeiten: Nach Griechenland und Italien trägt das Land die dritthöchste Schuldenlast der EU und wird nun Opfer von Spekulanten. Risikoaufschläge auf belgische Anleihen sind in den letzten Tages rasant gestiegen. Insider rechnen damit, dass Belgien schon im nächsten Jahr unter den Rettungsschirm schlüpfen muss, noch vor Spanien.

Seit Juni steht das Land zudem ohne politische Führung da. Und: Der Streit zwischen Flamen und Wallonen treibt einen tiefen Keil in die Bevölkerung und in weiterer Folge zwischen die politischen Parteien.

Darunter könnte die 180-jährige Geschichte des Landes leiden. Und zwar derart, dass Belgien auf eine Spaltung zusteuert. In Paris wurde bereits eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit den Szenarien eines möglichen Staatszerfalls auseinandersetzt. Vizepremierministerin Laurette Onkelinx verkündete: "Wir müssen uns auf das Ende Belgiens vorbereiten."

Streit dreht sich um Geld und Macht
Wie so oft, dreht sich der Streit in Belgien ums liebe Geld. Holländisch sprechende Flamen stellen die wohlhabende Schicht, unter ihnen gibt nur wenig Arbeitslosigkeit. Ganz anders die Situation bei den französischsprachigen Wallonen. Aufgrund dieser Ausgangsituation konnten sich Vertreter beider Seiten bislang nicht auf eine gemeinsame Regierung einigen. Seit Juni steht das Land ohne Führung da, sämtliche Bemühungen von König Albert II, die erbittert streitenden Parteien zu einer Einigung zu bewegen, sind bislang an deren Sturköpfigkeit gescheitert.

Zerfall in drei Teile
Entsprechend der Bevölkerungsanteile könnte Belgien in drei Teile zerfallen: Die Wallonie und Brüssel könnten sich Frankreich anschließen. Die holländisch sprechenden Flamen würden einen eigenen Staat gründen. Die in Ostbelgien lebende deutschsprachige Minderheit hingegen suche den Anschluss an Luxenburg. Karl-Heinz Lambertz, Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinde Belgiens, sei „regelmäßig in Luxemburg, um die Modalitäten eines Anschlusses an Luxemburg zu klären“.

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