Enthauptung auf Teneriffa

"Rächer Gottes" köpfte Frau im Supermarkt

Eine 60-jährige Britin, die am Freitag auf der spanischen Insel Teneriffa in einem Supermarkt getötet und danach enthauptet wurde, war wohl das Zufallsopfer eines Geisteskranken. Der mutmaßliche Täter, ein obdachloser 28-Jähriger, der aus Bulgarien stammt, sei erst im Februar aus der geschlossenen Psychiatrie entlassen worden, berichteten kanarische Medien am Wochenende und beriefen sich dabei auf die Ermittler.

Fünffache Großmutter
Bei dem Opfer handelt es sich um eine fünffache Großmutter, die sich nach ihrer Pensionierung auf Teneriffa niedergelassen hatte. "Sie war das Licht unserer Familie", sagte eine ihrer zwei Töchter. Die Angehörigen standen unter Schock.

Gegen den mutmaßlichen Täter wurde inzwischen Haftbefehl erlassen. Die zuständige Ermittlungsrichterin legt ihm Mord zur Last. Ärzte sollen nun feststellen, ob er zurechnungsfähig ist.

Mehrfach festgenommen
Der 28-jährige Deyan V. wurden wegen seiner Gewaltausbrüche schon mehrfach festgenommen und schließlich in ein Krankenhaus der Inselhauptstadt Santa Cruz eingewiesen. Er soll einem Passanten zwei Zähne ausgeschlagen haben, weil dieser ihm nicht die Uhrzeit sagen konnte. Warum er entlassen wurde, blieb zunächst unklar. Der Mann habe sich selbst als "Messias" oder "Prophet" bezeichnet, berichteten Anrainer.

"Rächer Gottes"
"Ich bin der Rächer Gottes und bin gekommen, um für Gerechtigkeit zu sorgen" - mit diesen Worten soll er nach der Tat am Freitag mit dem Kopf seines Opfers durch die Straßen des Urlaubsortes Los Cristianos im Süden Teneriffas gelaufen sein, bevor er mit Hilfe von Passanten überwältigt und festgenommen werden konnte.

Der Mann war seinem Opfer nach Angaben der Polizei in einen chinesischen Supermarkt gefolgt, hatte dort ein großes Messer aus einem Regal genommen und dutzendfach auf die Frau eingestochen. Anschließend habe er ihr den Kopf abgetrennt. Eine Überwachungskamera hielt den Mord fest.

Die Britin lebte bereits seit längerer Zeit in Los Cristianos und kaufte regelmäßig in dem Supermarkt ein, wie es weiter hieß. Der mutmaßliche Mörder hatte sie kurz vor der Tat auf der Straße bedrängt, sie war deshalb in ein Büro des Arbeitsamtes geflüchtet und hatte dort um Hilfe gebeten. Ein Wachmann hatte den Mann daraufhin vertrieben. Als sie sich in Sicherheit wähnte, setzte die Frau ihren Weg zum Supermarkt fort.

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