Säuberung der US-Küsten dauert Monate

Ölpest

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Säuberung der US-Küsten dauert Monate

Die Ölpest im Golf von Mexiko nimmt nach Einschätzung der Umweltschutzorganisation Greenpeace allmählich das Ausmaß eines schweren Tankerunglücks an. Der Greenpeace-Meeresbiologe Christian Bussau sagte am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin", die Menschen dort würden wochen- oder gar monatelang lang damit beschäftigt sein, die US-Küsten zu säubern.

"Das wirkliche Drama spielt sich bisher noch unter der Wasseroberfläche ab", sagte Bussau. Bis jetzt seien vor allem Kleinlebewesen betroffen. Die weiteren Folgen der Katastrophe seien noch nicht absehbar.

Schwarzenegger verzichtet auf Ölbohrungen
Im Kampf gegen die Ölpest hoffen die Einsatzkräfte dank besserer Wetteraussichten in den nächsten Tagen auf Fortschritte. Die Vorhersage der Meteorologen sei "recht gut", sagte BP-Manager Doug Suttles. Möglicherweise könne schon am Dienstag wieder damit begonnen werden, mit Schiffen Öl von der Meeresoberfläche abzuschöpfen.

Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger will angesichts der Ölkatastrophe doch keine neuen Ölbohrungen vor der Küste Kaliforniens. Angesichts der Fernsehbilder habe er seine Meinung über die Sicherheit der Plattformen im Ozean geändert, sagte der republikanische Politiker. Schwarzenegger hatte sich dafür eingesetzt, vor der Küste von Santa Barbara nach Öl zu bohren und das Vorhaben auch mit dem riesigen Defizit seines Staates begründet. Kalifornien erhoffte sich Einnahmen von 100 Millionen Dollar (75,5 Mio. Euro) im Jahr und muss das Geld nun anders aufbringen.

Ölteppich wird kleiner
Kritik kam vom republikanischen Abgeordneten Tony Strickland. Es sei unfair, das Vorhaben in Kalifornien mit dem Unglück im Golf von Mexiko zu vergleichen. "Es handelt sich um zwei ganz unterschiedliche Arten von Bohrungen." Im Golf habe man schwimmende Plattformen wegen des tiefen Wassers gebraucht. Dagegen sei das Wasser bei dem Projekt in Kalifornien nur 300 Meter tief.

Die BP-Ölplattform "Deepwater Horizon" explodierte im April und versank im Meer. Seitdem strömen große Mengen von Öl aus dem Bohrloch. Der Ölkonzern will versuchen, mit riesigen Abdeckungen das Leck zu stopfen und beauftragte die Firma Wild Well Control mit der Produktion der Vorrichtungen aus Stahl und Beton. Die erste soll Ende der Woche ins Wasser gelassen werden, gab die Firma am Montag bekannt.

Unterdessen stellten Wissenschafter fest, dass der Ölteppich im Golf von Mexiko kleiner wurde. Am Montag bedeckte er eine Fläche von 5.200 Quadratkilometern, nach 8.800 Quadratkilometern in der vergangenen Woche, teilte die University of Miami mit. Grund ist der starke Wind, der dafür sorgte, dass ein Teil des Öls jetzt unter Wasser ist. Es ist nach wie vor unklar, wann größere Mengen die Küsten erreichen.

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