26. August 2010 15:29
Die USA haben vor möglichen Angriffen der Taliban auf ausländische Helfer in
Pakistan gewarnt. Es gebe Informationen über Pläne der Islamisten,
ausländische Helfer in den pakistanischen Überschwemmungsgebieten zu
attackieren, sagte ein ranghohes Regierungsmitglied in Washington, das nicht
namentlich genannt werden wollte. Möglicherweise bereiteten die Taliban auch
Anschläge auf ranghohe pakistanische Behördenvertreter vor.
Die Taliban hatten die ausländische Hilfe für die Katastrophengebiete in
Pakistan scharf kritisiert. Radikalislamische Hilfsorganisationen waren nach
den Überschwemmungen schneller als die Landesbehörden und ausländische
Organisationen vor Ort, um zu helfen.
Trinkwasser verschmutzt
3,5 Millionen Überlebende der
Jahrhundertflut in Pakistan haben nach Angaben der Vereinten Nationen keinen
Zugang zu sauberem Trinkwasser. "Die Menschen müssen verschmutztes Wasser
trinken, was die Gefahr von Durchfallerkrankungen erhöht", hieß es in einer
am Donnerstag in Islamabad verbreiteten Unicef-Erklärung. Derzeit sei das
UN-Kinderhilfswerk in der Lage, etwa 2,5 Millionen Menschen in den
Hochwassergebieten mit jeweils fünf Litern sauberem Wasser am Tag zu
versorgen. "Doch das ist längst nicht genug."
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden bisher etwa 3,2
Millionen Menschen wegen Haut- und Atemwegserkrankungen sowie Durchfall
behandelt. Zudem gebe es etwa 65.000 Malaria-Fälle.
Evakuierungen im Gang
Im südpakistanischen Küstendistrikt
Thatta, in dem der Indus ins Arabische Meer fließt, verfügten die Behörden
unterdessen die Evakuierung von weiteren 350.000 Menschen. Das entspricht
etwa 40 Prozent der Gesamtbevölkerung in der Region. Nach UN-Angaben sind
von den massiven Überschwemmungen landesweit mehr als 17 Millionen Menschen
betroffen. Etwa die Hälfte davon ist auf Hilfe angewiesen.
Die Regierung in Islamabad teilte mit, die Flut habe etwa 1,7 Millionen
Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche zerstört. Allein bei Reis summierten
sich die Ernteverluste auf etwa 1,5 Millionen Tonnen. Große Verluste gebe es
auch bei Baumwolle, Zuckerrohr, Getreide sowie Obst und Gemüse. Zudem seien
etwa 200.000 Rinder ums Leben gekommen. Den Angaben zufolge hat das
Hochwasser auch zahlreiche Lager mit mehreren Zehntausenden Tonnen
Lebensmittelreserven überflutet.