05. Dezember 2009 13:07
Nachdem
im spektakulären Prozess um die Vergewaltigung und den Mord an der 22-
jährigen britischen Austauschstudentin Meredith Kercher der Schuldspruch
gefallen ist, zeigten sich die beiden Verurteilten, die 22-jährige
Amerikanerin Amanda Knox und ihr Ex-Freund Raffaele Sollecito, in der
Strafanstalt von Perugia in der Nacht verzweifelt.
"Niemand glaubt mir"
"Niemand glaubt mir, dabei
habe ich immer die Wahrheit gesagt", sagte die zu 26 Jahren Haft
verurteilte Amanda Knox am Samstag im Gespräch mit ihren Rechtsanwälten. Die
junge Frau aus Seattle habe die ganze Nacht geweint, berichteten die
Rechtsanwälte, die eine verstärkte psychologische Betreuung für die beiden
Verurteilten forderten.
Verzweifelt erklärte sich auch Raffaele Sollecito:
"Es
ist ein Albtraum, wie geht es mit mir jetzt weiter?", wurde Sollecito
von seinem Rechtsanwalt Luca Mauri zitiert. Sein Mandant sei sehr
niedergeschlagen, er hoffe jedoch auf den Berufungsprozess.
Arline
Kercher, die Mutter der ermordeten Meredith, (c) Getty
Die Familie der ermordeten Meredith erklärte sich am Samstag über das Urteil
zufrieden. "Es gibt aber keinen Grund zum Feiern. Junge Menschen sind
wegen dieses Mordes in Haft", sagten die Eltern Merediths am Samstag in
Perugia. Die Staatsanwälte erklärten, sie wollten keinen Einspruch gegen das
Urteil einreichen.
Knox und Sollecito hatten stets ihre Unschuld betont. Wegen desselben
Verbrechens war 2008 bereits der Ivorer Rudy Guede in einem verkürzten
Verfahren zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Meredith Kercher war am 2.
November 2007 halbnackt, von Dutzenden Messerstichen übersät und mit
durchschnittener Kehle in ihrer Wohnung in Perugia gefunden worden.
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Von der Musterschülerin zur Mörderin In nur
wenigen Monaten versank das Leben von Amanda Knox in Drogen, Sex und
Alkohol.
Sie sieht aus wie ein Engel, lange war sie auch einer. Doch Amanda
Knox hat eine absolut teuflische Seite – die innerhalb weniger Monate
hervorbrach. Behütet und fromm wuchs das Mädchen (geboren 1987) in
einem Vorort von Seattle mit ihrer Familie auf, ging sogar auf eine
Eliteschule der Jesuiten, tägliches Gebet, Frömmelei und Schuluniform
inklusive.
Dann kommt sie an die University of Washington, schreibt Bestnoten.
Aber: „Hier begann das Doppelleben“, sagen Mitstudenten. Am Tag die
brave Studentin, in der Nacht das Partygirl. Doch Amerika ist streng
und prüde. Knox will nach Italien: Alkohol ab 18, Sex, wilde Partys –
für dieses Leben war Amanda bereit.
Kaum in Italien, ist Knox wie losgelöst: Nur Stunden nach der Ankunft
schreibt sie einem Freund per Mail: „Hatte gerade Sex mit einem
Fremden im Zug.“ Ihr ging es nie schnell genug: Mit ihrem Freund
Raffaelle Sollecito ging sie beim ersten Date ins Bett. Sie suchte
sich Lover im Internet-Café oder in den zahlreichen Bars.
In Perugia gibt es kein Halten: In ihrem Wohnhaus pflanzt sie
Marihuana an, raucht schon in der Früh die Droge. Am Abend trinkt sie,
sucht Sex-Experimente. Bis eines davon tödlich endet...
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