Hochwasser-Chaos in Großbritannien

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Hochwasser-Chaos in Großbritannien

Die heftigsten Regenfälle in der Geschichte Großbritanniens haben am Freitag den malerischen Lake District unter Wasser gesetzt und erhebliche Schäden angerichtet. Binnen kürzester Zeit traten Bäche und Flüsse über die Ufer. Fast 1.000 Häuser wurden überflutet. Mehr als 200 Menschen mussten von Bergungsmannschaften mit Schlauchbooten und Hubschraubern aus ihren Häusern geborgen werden. Ein Polizist kam beim Einsturz einer Brücke ums Leben.

In dem nordenglischen Gebiet fielen nach Angaben des Wetterdienstes innerhalb von 24 Stunden 314,4 Millimeter Regen, die größte Menge seit Beginn der Aufzeichnungen. In Workington brachen zwei Brücken unter dem Druck der Wassermassen ein, darunter eine in massiver Steinbauweise. "Dass eine Brücke dieser Größe und Dimension weggespült wird, ist unglaublich", sagte der Abgeordnete Tony Cunningham.

Elizabeth II. besorgt
Ein 44-jähriger Polizist kam ums Leben, als er bei dem Einsturz in die Tiefe gerissen wurde. Der vierfache Familienvater hatte offenbar versucht, Autofahrer vor einem Überqueren der Brücke zu warnen, bevor er starb, berichteten britische Medien.

Schwer getroffen wurde auch die Kleinstadt Cockermouth. In der Einkaufsstraße drückte das Wasser die Schaufenster vieler Geschäfte ein, Autos wurden von 2,50 Meter hohen Flutwellen weggeschwemmt. Königin Elizabeth II. äußerte sich "zutiefst besorgt und betrübt über die furchtbaren Überschwemmungen". Premierminister Gordon Brown sagte Hilfe für die Grafschaft Cumbria zu, in der der Lake District liegt.

170 Hotelgäste evakuiert
Umweltministerin Hilary Benn erklärte, der Hochwasserschutz sei für eine Flut ausgelegt, wie sie einmal in hundert Jahren vorkommt. "Womit wir es zu tun hatten, war möglicherweise einmal in tausend Jahren. Selbst mit den besten Schutzanlagen: Wenn man so viel Regen in so kurzer Zeit hat, können auch die überspült werden." Die Regenfront setzte auch weite Teile von Irland unter Wasser. In der Innenstadt der zweitgrößten Stadt Cork stand das Wasser bis zu einem Meter hoch. Mehr als ein Dutzend weitere Ortschaften wurden ebenfalls überschwemmt.

Ein Traditionshotel an den malerischen Killarney Lakes wurde schwer beschädigt, und etwa 170 Gäste wurden evakuiert. Ein zum "Lake Hotel" gehörendes Schloss aus dem 12. Jahrhundert stand vollständig unter Wasser. "Man kann nur die Spitze des Schlosses sehen, und alles andere ist (von Wasser) bedeckt", sagte Hotelmanager Niall Huggard.

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