Kreuzigungsritual auf den Philippinen

Kirche übt Kritik

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Kreuzigungsritual auf den Philippinen

Auf der philippinischen Hauptinsel Luzon haben sich am Karfreitag wieder mehrere Menschen ans Kreuz nageln lassen, um so den Tod Jesu Christi nachzuempfinden. Das traditionelle Kreuzigungsritual im Beisein zahlreicher Schaulustiger und Touristen stößt bei der katholischen Kirche zunehmend auf Kritik. Der Erzbischof von San Fernando, Paciano Aniceto, rief die Gläubigen dazu auf, die Passionszeit nicht zu einem Zirkus verkommen zu lassen.

Gelübde geleistet
Die meisten Menschen, die sich dem blutigen Ritual unterziehen, tun dies, weil sie wegen einer überstandenen Krankheit oder aus einem anderen Grund ein entsprechendes Gelübde abgelegt haben. Zu den ersten von rund 30 Männern, die sich im Bistum San Fernando ans Kreuz schlagen ließen, gehörte der 37-jährige Fernando Mamangon.

"Ich habe 1995 angefangen, mich ans Kreuz nageln zu lassen, weil mein ältester Sohn krank geworden ist und beinahe gestorben ist", sagte Mamangon kurz vor dem schmerzhaften Schauspiel im Dorf Santa Lucia. Seitdem unterzieht er sich dem Ritual jedes Jahr. Sein ältester Sohn ist zwar wieder gesund, aber jetzt leidet sein fünfjähriger Sohn Alex an einer Magenerkrankung. "Wenn ich ans Kreuz genagelt bin, fühle ich mich so erfrischt, als ob all meine Sünden weggewaschen sind", sagte Mamangon.

Neben den Kreuzigungsritualen gibt es auch zahlreiche Männer, die sich geißeln ließen. Sie schlugen ihren nackten Rücken mit Bambusstöcken. In der Nachbarprovinz Bulacan ließen sich fünf Menschen ans Kreuz nageln, unter ihnen eine Frau.

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