Nach Bruchlandung fielen erneut Heathrow-Flüge aus

Gestrichen

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Nach Bruchlandung fielen erneut Heathrow-Flüge aus

Einen Tag nach der Bruchlandung einer British-Airways-Maschine auf dem Londoner Flughafen Heathrow sind am Freitag erneut Dutzende Flüge gestrichen worden. Passagiere mussten auch am Freitag stundenlang auf Europas größtem Flughafen ausharren. Es fielen mehr als 50 Flüge aus, teilte der Flughafenbetreiber BAA mit. Es kam zu zahlreichen Verspätungen.

In der Zwischenzeit begannen die Untersuchungen zu dem Unglück. Ein vorläufiger Bericht würde an diesem Wochenende vorliegen, erklärte die Luftfahrtbehörde. Das Flugzeugwrack sollte noch am  Freitagabend von der südlichen Landebahn gebracht werden. Nach Angaben des Piloten Peter Burkill war es der Co-Pilot, der die Maschine sicher zu Boden gebracht hatte.

Triebwerksschaden war Ursache
Ein Versagen der Triebwerke ist der Grund für die spektakuläre Bruchlandung einer Boeing 777 auf dem Londoner Flughafen Heathrow am Donnerstag gewesen. Das ergab der am Freitag vorgestellte vorläufige Untersuchungsbericht der britischen Luftfahrtbehörde. Demnach reagierten die Triebwerke nicht, als der Pilot etwa drei Kilometer vor der Landung die Schubkraft erhöhen wollte.

136 Passagiere an Bord
Nach Angaben von BA waren 136 Passagiere an Bord, die alle rasch in Sicherheit gebracht wurden. BA-Präsident Willie Walsh lobte die Besatzung der Maschine für ihr umsichtiges Vorgehen bei der Evakuierung. Der Verkehr auf dem Großflughafen wurde durch den Zwischenfall stark behindert.

Maschine kam aus Peking
"Ein Flug der British Airways aus Peking ist um 12.42 Uhr (13.42 Uhr MEZ) notgelandet", sagte ein Flughafensprecher. Alle Menschen an Bord hätten die Maschine verlassen. "Die südliche Landebahn wurde daraufhin geschlossen, die nördliche Piste bleibt geöffnet", fügte der Sprecher hinzu. Das BBC-Fernsehen zitierte den Piloten der Maschine mit den Worten, bei der Landung habe er die Kontrolle über die Boeing verloren. Fernsehbilder zeigten Schleifspuren auf dem Gras vor der Piste. Das Fahrwerk der Maschine war stark beschädigt, das Heck des Flugzeugs berührte den Boden. Wie ein AFP-Reporter berichtete, wurden die Notrutschen und Schaumstoff für Notfälle rund um die Maschine aufgebaut.

Sechs Verletzte
Nach Angaben einer Sprecherin der Londoner Rettungsdienste wurden die sechs Passagiere ins Krankenhaus gebracht, sie seien allerdings allesamt nur leicht verletzt. Bei der Evakuierung der Maschine seien sechs Krankenwagen, zwei Einsatzfahrzeuge und ein Notfallteam im Einsatz gewesen.

Fahrwerk ausgefahre, Maschine eingesackt
Passagier Paul Venter berichtete, die Probleme hätten im Moment der Landung begonnen: "Ich konnte hören, wie das Fahrwerk ausgefahren wurde, und im nächsten Moment ist die Maschine einfach weggesackt", sagte er. Als die Maschine zum Stillstand gekommen sei, habe er aus dem Fenster gesehen, "und da war das Fahrwerk weg, und die Maschine lag auf dem Bauch". Er habe den Piloten gesehen, "er sah sehr blass aus". Sein Mitreisender Fernando Prado sagte der BBC: "Alles wurde von der Besatzung sehr gut organisiert, die Menschen blieben auf ihren Sitzen, dann haben wir das Flugzeug schnell verlassen", erzählte der Reisende. "Es gab überhaupt keine Panik." Innerhalb von zwei bis drei Minuten nach der Notlandung seien alle Passagiere von Bord gewesen.

Flughafen-Crew war auf Ernstfall vorbereitet
BA-Präsident Walsh sagte: "Wir sind sehr stolz darauf, wie unsere Crew die 136 Passagiere an Bord in Sicherheit gebracht hat." Seine Leute seien sehr erfahren und darauf trainiert, mit solchen Situationen klarzukommen. Der Vorfall werde untersucht. Er selbst könne vorerst nichts zur möglichen Ursache des Unglücks sagen. Die Maschine sei rund sechs Jahre alt und gehöre zu einer Flotte von 43 Boeing 777 der Fluglinie.

Premier Brown musste warten
Der Unfall ereignete sich kurz vor dem Abflug des britischen Premierministers Gordon Brown nach China. Das Flugzeug mit seiner Reisegruppe, zu der auch der Unternehmer Richard Branson gehörte, wurde zum Zeitpunkt der Notlandung gerade startklar gemacht. Es gebe keinerlei Hinweise auf eine terroristische Tat, sagte ein Sprecher der britischen Polizei.

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