Todesstrafe weltweit auf dem Rückzug

Weniger Todesurteile

© APA/ Roland Schlager

Todesstrafe weltweit auf dem Rückzug

Nach Einschätzung von Menschenrechtlern ist die Zahl der Hinrichtungen weltweit rückläufig. Der Großteil aller vollstreckten Todesuteile entfällt laut amnesty international vor allem auf China, die USA, Saudi-Arabien und den Iran. Diese vier Staaten zusammen sind nach jüngsten verfügbaren Daten im Jahr 2005 für 94 Prozent der weltweit 2.148 bekannt gewordenen Hinrichtungen verantwortlich. Diese Zahlen wurden auf einem internationalen Kongress gegen die Todesstrafe in Paris bekannt gegeben.

Hinrichtungen noch in 69 Ländern
Insgesamt gibt es Todesurteile und Hinrichtungen noch in 69 Ländern. Nach Angaben von amnesty international wurden 2005 allein in China 1.770 Menschen hingerichtet. Mit Hinblick auf die Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking hofft man zumindest auf einen vorübergehenden Stopp der Hinrichtungen in China. Die umstrittene Hinrichtung Saddam Hussein am 30. Dezember sehen die Veranstalter des Weltkongresses geradezu als Beleg für die Aktualität ihres Anliegens.

EU kämpft gegen Todesstrafe
Die Europäische Union engagiert sich seit Jahren gegen die Todesstrafe. Nichtsdestortrotz stellte der polnische Staatspräsident Lech Kaczynski im Vorjahr öffentlich Überlegungen für eine Wiedereinführung der Todesstrafe an und bezeichnete die Hinrichtung des irakischen Ex-Machthabers Saddam Hussein im Vormonat als das "einzige mögliche Urteil". Die amtierende deutsche EU-Ratspräsidentschaft erklärte zum Pariser Kongress jedenfalls: "Todesurteile und Hinrichtungen kommen in vielen Ländern immer noch allzu häufig vor." Sie verwies darauf, dass in einigen Ländern sogar Minderjährige hingerichtet werden; dies sei "zutiefst abscheulich".

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